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Beitrag begonnen von Lampi[tm] am 19.01.2014 um 09:27:59

Titel: Magere Beute im neuen Jahr
Beitrag von Lampi[tm] am 19.01.2014 um 09:27:59
Meinem in http://www.sektion-alpen.net/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?num=1385248219 gefassten Vorsatz bin ich treu geblieben. Ich bin nicht zum Klettern geflogen. Ein wenig hängt es auch damit zusammen, dass ich seit Jahren mal wieder das Feuerwerk von meinem Balkon aus sehen will: https://www.youtube.com/watch?v=-8uQdddtrkM&hd=1

Kaum ins Bett gegangen, muss ich jedenfalls zum Treffpunkt in Kempten fahren. Drei weitere Stunden später starten wir am fast schneefreien Trattenköpfl Richtung Krimmler Tauernhaus. Entlang der berühmten Wasserfälle









erreichen wir das schon fast liebliche Hochtal - und mittels elend langen Hatsch das Tauernhaus.Mit dem Schnee haben wir es dieses Jahr nicht so. Aber wir waren ja angemeldet.




Das 600 Jahre alte Haus selbst ist schon ein Sehenswürdigkeit. Früher verlief über den Krimmler Tauern eine der wichtigsten Nord- Süd- Verbindungen, die, von extremen Schneefällen einmal abgesehen, ganzjährig genutzt wurde, auch wenn die Südrampe nur von Tragtieren begangen werden konnte. Das Tauernhaus war der letzte Stützpunkt vor dem Übergang nach Prettau im Ahrntal (Südtirol). Noch 1947 hatte der Pass als Verkehrsweg eine wichtige Bedeutung: http://www.alpinepeacecrossing.org/?view=1947fakten_analysen Das Haus betreibt eine eigene Milchwirtschaft und Käserei, so dass am Platz ein kleines Dorf entstanden ist:






Gerüchteweise hat man dort auch mal Schi zur Fortbewegung gebraucht.


Wie man an den Bindungen erkennt, muss das länger her sein.




Was nicht zur Herstellung von Ragout benutzt werden kann, hängt dekorativ an der Wand






Noch ein paar Eindrücke von innen




Schlafzimmer statt Lager für 6 Oiro Aufpreis.


und historische Fotos





Titel: Re: Magere Beute im neuen Jahr
Beitrag von Lampi[tm] am 19.01.2014 um 09:31:43
Am nächsten Tag starten wir in einem Sonnenloch Richtung Richterhütte, weiter wollen wir zu einem der umgebenden nicht vergletscherten Gipfel.




Wirklich einladens sieht das dann nicht mehr aus.






Wir graben uns die rechte Rinne hoch, und weil alles so schön abgeblasen ist, an deren Ende über steiles Gelände zur Hütte. Die Höhe macht mir dieses Mal ungewohnt zu schaffen. Timo will auch nicht weiter, weil wir mittlerweile gar nichts mehr sehen.


Stattdessen wissen wir jetzt, wo der Schnee ist. Eine Rast muss sein, aber hier wäre das zu windig. Den Winterraum graben wir aus, ebenso befördern wir ein paar m³ Schnee nach draußen. Wenn hier mal einer in Not den Winterraum braucht, dann hat der u.U. Pech gehabt.


Am Rückweg ist der Aufstiegsweg eingeweht, die Schlusshänge lassen sich umgehen, die Rinne nicht. Wir sind froh, wieder unten zu sein.


Alle weiteren Bilder zeigen nur noch Schneegestöber, am Haus erwartet uns das Begrüßungskommittee.


Der (fast) immer lustige Wirt erzählt uns viel, wenn der Abend lang ist, egal ob der Schneeschuh-




oder der Schiabteilung.


Und die Abende sind lang. Etwas Spezialsekt habe ich auch dabei.


Titel: Re: Magere Beute im neuen Jahr
Beitrag von Lampi[tm] am 19.01.2014 um 09:41:53
Der dritte ist der einzige wirklich schöne Tag. Wir starten über Rainbachsee zur -scharte.


Egal wie spät man startet, man erlebt den Sonnenaufgang immer auf Tour.


Das wären unsere gestrige Nahblicke gewesen




Man kann sogar den See noch erahnen.


Das übliche Schneegefunkel - aber immer schön.








Meistens jedoch ist die Schneelage im Juni besser.


An die Gletscherberge ist nicht zu denken.


Östlich des Krimmler Tauernhauses gibt es übrigens fast keine Ziele.


Nochmal gemütlich vespern bevor neue Wolken die Sonne verdecken


und das Ziel für morgen in Blick kommt.








Trotz dieser Föhnwalze




vertrauen wir dem DAV- Wetterbericht, der uns Samstag schönes Wetter verspricht.
Der Abend verwöhnt uns noch mal mit einem herrlichen Alpenglühen.


das man hier: http://touren.lampatzer.de/20140101krimmlertauern/PanoramaAlpengluehen.JPG in voller Auflösung bewundern kann.

Bei lecker Gamsbraten klingt der Tag aus.




Titel: Re: Magere Beute im neuen Jahr
Beitrag von Lampi[tm] am 19.01.2014 um 09:44:21
Heute soll es zum Gamsspitzl gehen. Der Schnee wurde vom gestrigen Föhn fast komplett weggeleckt.




Bei guten Plusgraden geht es zunächst Richtung Warnsdorfer Hütte. Der Schlusshang scheint allen Schnee zu enthalten, der im Achental nicht liegt. Das Spitzl haben wir schon längst gestrichen, wir freuen uns auf den geschützten Winterraum. Doch in Sichtweite der Hütte - und die Sicht ist wie in einer Waschküche - drehen wir um.


Wir rasten im Windschatten der Materiallift- Talstation


Am Rückweg wird der Schneefall zu Regen.






Heute gibt es Hirschrbraten ohne Aufpreis.



Titel: Re: Magere Beute im neuen Jahr
Beitrag von Lampi[tm] am 19.01.2014 um 09:47:53
15 Oiro will der Wirt pro Nase für die Fahrt nach unten haben, dabei steht überall etwas von 10 Oiro.
Nicht dass wir es nötig hätten, aber solche russischen Methoden unterstützen wir nicht.
Bei Schneeregen (und unten dann Regen) gehen wir zu Fuß zu den Autos zurück. Die Wasserfälle sind jetzt fast vollständig getaut.








Fünf Tage unterwegs für eine lohnende Tour, das ist die eine Sache, die im Nachhinein doch ein wenig wurmt, vor allem, wenn man in einem Alter ist, in dem man glaubt, nicht mehr so viel Zeit zu haben. Richtig geärgert hingegen habe ich mich, dass ich für die großteils ersoffene Tour an den wirklich schönen Tagen 30/31.12. zu Hause bleiben musste, um Dinge zu erledigen, die ich durhcaus auch an Regentagen hätte machen können.

Ich sehe schon, nächstes Jahr bin ich wieder dekadent und fliege in den Süden.

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