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Heli-Einsatz am Hundstein-Für uns? Niemals! (Gelesen: 1394 mal)
Lampi[tm]
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Im Falle eines
Falles ist Fallen
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Heli-Einsatz am Hundstein-Für uns? Niemals!
17.05.2005 um 12:18:12
 
Samstag geht es erst mittags nach Brülli-Sau bei Appenzell, denn der Wetterbericht verspricht erst für Sonntag klettertaugliches Wetter. Bei viel weniger Regen als erwartet buckeln wir dann auch fast 3 Stunden lang Kletterzeuchs und Vollverpflegung für vier Tage auf die nur am Wochenendete bewartete Hundsteinhütte.





Am Weg zur Bollenwees gibt es schon manches zu sehen: Einen steinernen Schild,



einen im Berg verschwindenden Bach



und schließlich die Landschaft um die Bollenwees



Die Kletterberge von der Bollenwees aus gesehen



Unser Ziel für heute ist die im Wald versteckte urige Hundsteinhütte-wer sieht sie?


Endlich angekommen, ewrfahren wir von drei Landsleuten, dass heute durchaus schon was ging in den Wänden. Und weiter, dass das "Mörderwägli" (Zustieg zu den Kletterrouten am Hundstein) Steigeisen braucht.
Dafür will sich am Sonntag das schöne Wetter nicht einstellen. Bis um 10 weicht der Regen den Altschnee durch. So verzichten wir angesichts meines nassen Erlebnisses von vor 2 Jahren auch darauf, die Kletterrouten über den Gipfel zu an zu gehen. Ersatzweise steigen wir am Neuen Südplättli irgend eine Route ein, in der schon drei Leute hängen. Sie sieht von unten relativ leicht, weil sehr geneigt aus. Die erste Länge entpuppt sich dann aber als zum Eingehen einklich ungeeignet. Auf der Platte ist stellenweise wirklich nicht die geringste Delle zum Treten, aber irgend wie schaffe ich es bis dort hin, wo die drei Leute Stand gemacht haben - wegen Seilende an einem Zwischenhaken und 2 Keilen. Der Fels ist furztrocken*, bombenfest und rau. Vor lauter Klettergenuss habe ich nämlich - wie die drei vor mir - den einklichen Stand an einer fetten Sanduhr übersehen. Die drei seilen ab, aber richtigen SANis macht das bisschen Kälte und der improvisierte Standplatz ja nix.
Nachdem Jan die offensichtliche Schlüsselstelle problemlos nach kam und weiter oben die Neigung noch weiter zurück geht, steigt Jan Weiter. Keine Haken, das sehen wir von unten schon. Nur eine Fixschlinge 20 Meter über uns. Alle Risse entpuppen sich jedoch als nur von losen Schuppen gebildet. Nach 10-15 Metern gelingt es Jan, zwei Keile zu legen.
Danach wird es erst mal richtig einfach. Doch auch dieser Stein ist ein Hund. Ich sehe nur noch, wie ein etwa kopfgroßer Brocken auf mich zu fliegt und der Jan gleich hinterher. Deckung gibt es keine auf der Platte, aber ich habe mich 3 Meter lang fest gemacht und kann dem Geschoss ausweichen. Denn der Helm nützt bei so einem Teil nichts. Dann spüre ich auch schon den Zug - zum Glück nach oben und nicht zur Seite. Der obere Keil hat also gehalten, Jan hängt 5 Meter tiefer. Ich lasse ihn zum Stand herunter, hole die zwei Klemmkeile und sehe 5 Meter neben mir eine Abseilkette.
Von dort seile ich schräg zu Jan, und dann geht es abwärts zu den Rucksäcken. Das einkliche Problem kommt erst jetzt. Der Zustieg ist steil und Jan kann auf quergeneigter Fläche nicht auftreten. Der rechte Fuß ist angeschwollen und wird mit Tape stabilisiert. Was normaler Weise 10 Minuten dauert, zieht sich über eine Stunde hin. Das erste Stück geht zwar noch auf dem Hosenboden durch Schnee, aber dann mache ich Tritte im 30-cm-Abstand. Ein Hubschrauber kreist über dem Sämtiser See. Den wird doch nicht jemand auf uns angesetzt haben? Wo wir doch schon fast unten sind. Am Ende des Schnees wird jeder Tritt mit dem Wanderstock angezeigt. Auf der Hütte packe ich die Rucksäcke. Jan läuft - besser humpelt - indes zur Bollenwees. Ich laufe zwei Mal mit den Rucksäcken von der Hütte zur Bollenwees. Der letzte (Klein-)Bus ist natürlich längst weg.
Der Bollenwees-Busfahrer will uns nicht mitnehmen. Aus Haftungsgründen dürfe er keine Kranken befördern. So müssen wir jetzt doch noch die Bergwacht holen. Die Polizei holt Jan mit einem Geländewagen, den ich vorher noch nie gesehen habe, liest mich auf halber Strecke auf und setzt uns am Auto ab.



Dieser Oldtimer bringt uns sicher - trotz 32% Gefälle - zurück


Jan will jetzt noch unbedingt nach Hause, obwohl ihm alle Leute zureden, er möge sich noch hier untersuchen lassen. Viereinhalb Stunden fahre ich nach Karlsruhe. Ich nächtige bei Jan. Nach einem opulenten Frühstück wird Jan ins Krankenhaus gefahren. Diagnose: das Sprungbein ist gebrochen. 4 Tage zur Beobachtung, dann 3 Monate konservative Behandlung zu Hause. Mit fast 50 dauert sowas halt schon lang.

Ein Dank übrigens an die Wirtin der Hundsteinhütte. Mit 47 Franken ist die - wenn auch einfache - Halbpension geradezu günstig und man kann auch nachholen. Wer noch negative Erinnerungen hat: Der "Drache vom Hundstein" ist seit 2000 nicht mehr da, 2000-2004 war eine andere Wirtin oben und die jetzige ist wirklich nett, sie brachte auch eine elastische Binde an Jans Fuß an.

Die Route, die wir zu steigen versuchten, war "Alains Wundernase". Die Schlüsselstelle, eine geneigte Platte, laut Känel "6a-", lag schon hinter uns. Zumindest die 70 Meter, die wir gestiegen sind, sind zu empfehlen.

Der Hubschrauber überm See suchte nach einem Spatziergänger, der sich von der Bergstation am Hohen Kasten zu lang entfernt hatte und mit ausgehängter Schulter, abgeschürfter Haut und ein paar gebrochenen Rippen auf irgend einer Schuttrutsche herum lag.

Dem Jan wünsche ich gute Besserung.

* bedeutet "nicht richtig trocken", aber fast.
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« Zuletzt geändert: 17.05.2005 um 16:14:27 von Lampi[tm] »  

Liebe Grüße von Lamл[tm]-Nur echt mit dem Pi
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pet
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Pray for snow!

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Re: Heli-Einsatz am Hundstein-Für uns? Niemals!
Antwort #1 - 17.05.2005 um 14:06:34
 
uiuiui,

da bleibt ja nur, jan eine gute besserung und möglichst schnelle genesung zu wünschen.
und zum glück ist nicht mehr passiert, der gedanke an kopfgroße brocken lässt mich schon schaudern...

lg,
pet
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tjchecker
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Re: Heli-Einsatz am Hundstein-Für uns? Niemals!
Antwort #2 - 17.05.2005 um 14:22:53
 
ohje... auch von mir die besten genesungswünsche!
viele grüße,
tj

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Ulli
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Re: Heli-Einsatz am Hundstein-Für uns? Niemals!
Antwort #3 - 17.05.2005 um 16:39:41
 
Auch von mir die allerbesten Sprungbeinmöglichstbaldwiederzusammenheilwünsche an den Jan!

Mensch, Lampi, das war doch sicher auch für dich ein Mega-Schreck ... aber hast den Jan ja (trotz Hilfeverweigerung eines fahrenden Ober-Beamten; dem schick ich noch ein *pfui* hinterher) gut runtergekriegt.

LG, Ulli
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usch
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Alb
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Re: Heli-Einsatz am Hundstein-Für uns? Niemals!
Antwort #4 - 17.05.2005 um 17:03:35
 
Auch von mir die allerbesten
Sprungbeinmöglichstbaldwiederzusammenheilwünsche
an den Jan!

... aber wirklich!

lg usch
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Kempfer
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Kein Weg ist zu lang
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Einbeck, Heimat des Bockbieres
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Re: Heli-Einsatz am Hundstein-Für uns? Niemals!
Antwort #5 - 17.05.2005 um 17:20:57
 
Hallo Jan,
die allerbesten Genesungswünsche auch von mir!
Wenn der Lampi schreibt
Zitat:
Mit fast 50 dauert sowas halt schon lang.

muß er nicht unbedingt richtig liegen - er hat da sicher keinerlei eigene Erfahrungswerte Zwinkernd

Wie auch immer: werd schnell wieder gesund
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Leben heißt kämpfen, drum kämpfe und lebe und lass dich zu Boden nicht ringen!
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hawkeye
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Der mit dem süssen
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Re: Heli-Einsatz am Hundstein-Für uns? Niemals!
Antwort #6 - 17.05.2005 um 19:10:45
 
Ohweia...  Schockiert

da schliesse ich den Besserungswünschen an.

Mir hat vor Jahren ein ähnlich grosser Brocken mal den Helm zerstört.

Das Auto ist entweder ein Volvo Lappländer ( sehr alt und seeehr rar)
oder ein Pinzgauer ( Hauptberuf Soldat; seltene Exemplare werden auch Zivilisten).
Mit dem kann man dort noch fahren, wo Du nicht mehr weisst, wie Du am Besten gehst. Also 32% sind autotechnisch gesehen in dem Fall eine bessere Steigung. Zwinkernd
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datschigs Grüssle
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Steinbock
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Jan jäässä

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Karlsruhe
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Re: Heli-Einsatz am Hundstein-Für uns? Niemals!
Antwort #7 - 24.05.2005 um 15:35:11
 
Hallo,
vielen Dank für die Genesungswünsche. Es ist
eine Sprungbeinfraktur (Talus). Das Ärgerliche
ist nicht der Bruch sondern, daß das Bergjahr
für mich gelaufen ist. Also schmiede ich schon
neue Pläne für 2006.

Lt. Rechnung der Kantonspolizei handelt es sich
um einen Pinzgauer. Rechnung beträgt für das
Fahrzeug mit einem Fahrer und einem Retter vom
SAC 332, 50 CFR.

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