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Never ending summer (Gelesen: 5123 mal)
Lamл[tm]
Held der Berge
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Never ending summer
29.11.2006 um 00:21:24
 
Schon hier hatte ich ja über das Ende des Sommers gemutmaßt. Doch erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt.
Also fahren wir Samstag bei bester Vorhersage nach Elbigenalb im Lechtal, um von dort die Hermann-von-Barth-Hütte an zu gehen.

Die Schneelage war einiger Maßen unklar. Daher kommen die steigeisenfesten Schuhe (oder auch Flurschadenstreter) mit. Weil sich es mit so was auf Forststraßen bergauf nur unter Schmerzen laufen lässt, werden für die ersten 400 Höhenmeter die Sandalen angezogen. Aber danach geht es schneefrei und recht fest weiter, so tu ich mir die Flurschadenstreter erst 200 Höhenmeter unter der Hütte an.



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Start im Holzschnitzerdorf Elbigenalb





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Sandalentauglicher Weg fast bis oben





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Genuss





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Hütte erreicht      



Selbstredend ist der Südhang herrlich sonnig und warm. Für Dirk ist das die erste "richtige" Bergtour, dementsprechend gemütlich gehen wir alles an. Für Christian und mich bedeutet das viele Pausen mit Sonnenbaden; Micha, unser konditionsstärkster Mann schlendert gemütlich mit Dirk nach oben. Die letzten 100 Meter aber sprintet er voraus, um in der Hütte etwas zu lüften, sich umzusehen, Fotos zu machen etc..

Auf der Hütte angekommen, erkundet Christian mit mir nach einem ausgiebigen Vesper den Weg zur Marchspitze oder zum Krottenkopf für Sonntag. Schlagartig wechselt es von grün auf weiß: geschlossene, sulzige Schneedecke. Wir gehen bewusst ohne Steigeisen, denn zwei von uns besitzen sowas nicht. Es ist windig, das erste Mal seit drei Monaten brauche ich was zum Anziehen. Über ein ziemlich steiles (40°) Schlusswandl kommen wir bis zum Schafschartl. Der Schnee wird schon wieder fester, fast Trittfirn. Im Sommer wünscht man sich das auf Hochtouren meist vergeblich. Nach dem Schartl sieht es ohne Steigeisen schlecht aus. Wir steigen tlw. rückwärts ab, so dass jetzt eine fette Spur liegt.



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Am Schafschartl




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Der Rückweg



Bei ausreichend Licht, d.h. deutlich vor Untergang des zunehmenden Viertelmondes, erreichen wir den wunderschönen Winterraum, der von den beiden anderen Kameraden schon mal trockengeheizt war. Wir stopfen unzählige Nudelgerichte in uns rein (Pro Person zwei für 2 Porzionen gedachte Beutel "Lachende Köchin"). Am nächsten Tag brauchen wir die Energie, Christian und Dirk legen sich sofort ab, nur Micha und ich planen schon mal den Sonntag.
Bis das Teewasser kocht, genießen wir schon die ersten warmen Sonnenstrahlen wie es im Sommer nur selten ist (denn um 7 Uhr 30 steht es sich nun mal leichter auf als um 4 Uhr) und die einzigartig schön beleuchteten Berge.



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Als die goldne Morgensonne ....



Nach einem genüsslichen Frühstück und aufwändigen Sauerei-vom-Vorabend-Wegmachen verlassen wir gegen halb zehn die Hütte. Ohne Rucksack komme ich mir vor wie im Toaster, und 5 Minuten später verschwinden auch die Jacken, Anoraks und Überhosen der Kameraden in den Rucksäcken.


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Ein Wintermärchen?



Micha, Christian und ich machen noch den Abstecher zur Schönegger Scharte. Wir genießen dort bei Föhnsturm die Aussicht auf Hochvogel und die Wilden. Der Weg nach Hinterhornbach ist begehbar, aber das würde ja bedeuten, die vielleicht letzte Möglichkeit leichtfertig aufzugeben, den herrlichen Sonnenschein zu genießen.


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Schartensieg mit Vogel und Schreierkopf




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Ein Wintermärchen?



Der Balschtesattel ist schnell erreicht. Micha spurt schneller, als wir in seiner Spur folgen können, und danach will einklich niemand mehr den Enzensperger Weg Richtung Luxenacher Sattel weitergehen. Denn im Gegensatz zur Karte gibt es dort ein Schild "Elbigenalb". Der Weg ist mehr als abenteuerlich, der Klettersteig ist zum großen Teil zugeweht. Ich will schon zurück, da drängt sich Micha vor. Er hat wenigstens etwas Erfahrung in dem Gelände, weniger als ich, dafür viel mehr Mut. Als ob er sein ganzes Leben sonst nichz gemacht hätte, ringt er dem plötzlich pulvrigen, bis 50 Grad steilen absteigend zu querenden Hang eine Trittspur ab, ich folge zum Vertiefen der Spur und - wo mit vertretbaren Aufwand möglich - dem Freilegen des Drahtseils. Für Christian ist das jetzt das zweite Mal, er fühlt sich wohler als ich, und Dirk schlägt mein Angebot, ihm den Pickel zu bringen, großzügig aus. Er folgt total unbefangen mit zwei Stöcken, einer davon mit Absicht ohne Teller. Fättän Räspäckt!



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Die Hände gefrostet, der Rest gebraten





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Micha ist so schnell weg, dass ich kein Bild mehr machen kann. Bin auch mit mir selbst beschäftigt. Wenigstens sieht man noch Christian und Dirk am Ende des nur kurzen Steilstücks.



Dirk ruht sich aus und schickt uns drei auf den Gipfel der Roten Wand, was kein wirkliches Problem ist. Wenn er die Aussicht erlebt hätte......


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Auf und von der Roten Wand ....


Gegessen wird auf Dirks Warteplatz. Wir holen das Letzte aus unseren Rucksäcken heraus, bevor es durch Schotter, Schneefelder, Wiesen und Wald, vorbei an zwei kleinen Hütten zum Kasermandl geht, auf der wir uns den Tourenabschlussalk geben.


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Babys sind kein Hindernis, in die Berge zu gehen



Mit einem letzten Blick auf die rote Wand geht es nach Hause.


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Rückblick auf das Tourenziel



Vielleicht haben wir ja Glück und noch so ein schönes Wochenende...
Ich danke Christian fürs Fahren, Micha für das Durchschlagen durch den Schnee und Dirk fürs tapfere Durchhalten auf seiner ersten großen Bergtour. Es war eine g**le Aktion.
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« Zuletzt geändert: 29.11.2006 um 09:28:45 von Lamл[tm] »  

Liebe Grüße von Lamл[tm]-Nur echt mit dem Pi und cw-Wert > 0,3
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heiki
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Re: Never ending summer
Antwort #1 - 29.11.2006 um 15:56:04
 
Hallo Lampi,
erlaube mir die Frage:
Warum bist du auf (fast) allen Bildern mit freiem
Oberkörper zu sehen   ???
heiki (die überhaupt keine Ahnung vom Klettern hat)
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Träume sind stärker als Neid, Haß und Geld&&Menschen, die träumen verändern diese Welt.&&(Schürzenjäger)
 
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