Am achten Tag meldet sich meine Schulter wieder - trotz jeden Morgen zweier Voltaren und diverser anderer Maßnahmen zum Abstumpfen. Und außerdem stand ja noch die Überschreitung / Durchquerung der Sierra de la Huma aus. D.h. jetzt steht sie an. Ohne Klettergeraffel geht es leicht und flott zu den Schafsfarmen hinter den "Frontales", dem ersten Felsriegel, womit die erste Hälfte des Höhenunterschieds schon bewältigt wäre. Nicht mehr ganz so flott geht es dann durch den die Hochfläche des Berges vom Rest der Welt trennenden Felsriegel. Denn der zum Abstieg vorgesehene, auf der anderen Seite verlaufende Normalweg (Trampelpfad) bedeutet einen Umweg von fast 10 km, Kletterrouten sucht man im Felsriegel vergebens (wäre vermutlich viel zu brüchig) und außerdem bin ich ja allein. Mit etwas Glück finde ich gleich beim ersten Versuch eine begehbare Rinne, die zugleich noch sicher ist gegen evtl. Ausbüchser aus dem nahen "Lobopark" - ein Tritt gegen den Berg und selbiger würde sich, vierbeinige Verfolger zuverlässig verschüttend, in Bewegung setzen. Der Gipfel erlaubt einen Hunderte Kilometer ins Land reichenden Blick.

Start in morgendlicher Kälte

Ende des üppigen Grüns

Hier geht's überall nicht hoch

Schafe ohne Ende

Schutthatsch

Pumpspeichersee

Vom Gipfel in alle Himmelsrichtungen: Neue Bahnline Malaga-Cordoba, Sierra Nevada, Seen von Bobadilla, Gipfelplateau

Das obligate Gipfelbild, noch in der Hitze des Aufstiegs
Am mehrere Quadratkilometer großen Gipfelplateau ist es deutlich windig; kann man nur 400 Meter tiefer das Muskelspiel der Neuner- und Zehner- Kletterer bewundern, so brauche selbst ich hier die mitgeführte Winterkleidung - das ändert sich auch am im Schatten liegenden Abstieg nicht. Der Anstieg zum nur 2 Meter niedrigeren Pico La Capilla ist dann wieder so wie es sich für Andalusien gehört - jedenfalls wettertechnisch. Denn der gerade Weg führt direkt in ein Karrenfeld - Ist man von einem Karren umwegig auf den anderen balanciert, dann schwört man sich, das nächste Mal die 2 Meter runter und wieder hoch zu steigen. Nach diesem Mini-Boulder in die und aus der Macchia weiß man, dass obenbleiben doch besser ist. So geht das -zig Mal hin und her - und man ist jedes Mal fest überzeugt, anders wäre es besser gewesen. Kurz vor oben weist mich dann auch noch so ein 30 Meter hohes Wandl ab - Die Entscheidung zwischen Hochgraben und außenrum fällt- weil allein - für das Außenrum.

Weiterweg

Aufforstung

Das Karrenfeld

Hier geht's nicht weiter

Wer Quarzdrusen sammelt - Pico La Capilla ist ergiebig