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Von Nuraghen und in ihnen hausenden Mohren (Gelesen: 10392 mal)
Lamл[tm]
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Von Nuraghen und in ihnen hausenden Mohren
13.06.2011 um 22:52:07
 
oder: Wer nur an der Küste war, hat nichts vom Land gesehen.

Lang ist es her, über ein Jahr nämlich, als ich dem mehr als scheußlichen schwäbischen Frühling 2010 auf die zweitgrößte aller Mittelmeerinseln entfloh. Gemeinsam mit einem seit ein paar Jahren in Deutschland lebenden Eingeborenen ging es auf den schwierigsten Gipfel auf italienischen Staatsgebiet.

Das erste Treffen am Ulmer Bf war schon ein Abenteuer - gefühlte 10000 umsteigende Fahrgäste drängeln sich in dem viel zu kleinen Bahnhof - denn draußen ist es mit Abstand zu kalt. Wie bitte soll man da einen Alessandro finden, der zudem noch ein paar cm kleiner ist als ich? Irgend wann schauten die Mädelz alle in eine Richtung - und da ist er auch schon. Dann geht es an den Fels.

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Auch mir ist es irgend wann zu kalt. 2 Pullis zum Klettern. Daunenjacke zum Sichern und wieder aufwärmen. 10 Heizkissen verbraucht. Für die Aguglia di Goloritze sehe ich schwarz. Der Kerl klettert ja noch schlechter als ich.

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Eine Woche später: Nach einer Nacht auf einem für meine Begriffe viel zu weichen Luftbett schwächel ich auch noch ab. Aber Alessandro dreht auf und lässt mich gnadenlos hinter sich. Den Bröselmeier am Schreyfels spatziert er hoch wie ich einen Wanderweg im Kurpark.

Jedes Mal, wenn wir uns treffen, verbessert er sich um einen Grad. Kein Wunder, Körperfett weit unter der Nachweisgrenze, 2 Mal so viel Kraft wie ich und das mit etwa 15 kg weniger. Jetzt muss er nur noch klettern lernen, dann zieht er dem Kaiser die neuen Kleider aus. Und wenn nicht, dann sieht der Kerl so unverschämt gut aus, dass sich der Berg vermutlich vor Scham zurück lehnt.

Und so fliege ich am Samstag frohen Mutes nach Alghero, fahre weiter über Sassari und Nuoro nach Cala Gonone
http://www.youtube.com/watch?v=XilI18R1GHc

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am Fuß des ca. 1000 m hohen Küstengebirges.

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Berg- und Seeblick für 300 Oironen die Woche. Nicht pro Person, sondern die ganze Ferienwohnung. (Juli/August kostet es das Vierfache)

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Am Sonntag sind wir schon im Sportpark Poltrona (Ohrensessel), zu dem selbstverständlich ein nach Schweizer Vorbild eingerichteter Klettergarten gehört.

http://www.youtube.com/watch?v=7GE3qmnbks0

Montag schon der erste Versuch - In Schumi- Manier geht es über einen 1017m hohen Pass, dann durchs wunderschön am Hang gelegene Baunei auf eine Karsthochfläche.

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Kaum steigen wir von oben in die Schlucht, sehen wir das Ziel schon.

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Das sonnige Sardinien ist eine windige Gegend. Ebensolche Notünterkünfte begleiten den Weg nach unten ans Meer.

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Eine Stunde später: Das Objekt der Begierde. 140 m hoch aus dem Meer aufsteigend, die Aguglia di Goloritze.

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Der darf nicht hoch und kuckt traurig.

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Jetzt gehz los: Die Helden der Nadel.

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Marc folgt im Abstand

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"Schnell" gewinnen wir an Höhe - die Schlüssellängen im siebten Grad liegen hinter uns. Die Aufteilung war verbesserungsfähig, der bis zur allerletzten Faser  und vielleicht auch darüber hinaus durchtrainierte Alessandro (sein Körperbau muss den Vergleich mit dem eines Herbert Ranggetiner nicht fürchten) trat auf geneigter Wand mit superweichen Kletterschuhen in kleinen Löchern herum.

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und ich verfetteter Kloß kam nur unter Benutzung künstlicher Kletterei über eine athletische Stelle.

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In der vierten Länge fehlt an der Schlüsselstelle der Haken. Er liegt offensichtlich mit einer Schuppe irgend wo am Wandfuß. Ein Absturz wäre mindestens gesundheitsschädlich. Abklettern geht auch nicht. Gleich springen und einen Beinbruch riskieren? Vorher ging 6b, dann geht jetzt auch 6a. Also drüber. War nur ein Zug. Noch eine Länge 5c zum Gipfel. Formsache.

http://www.youtube.com/watch?v=icOJy-ShvAw

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Unten in der geschützten Bucht faulen ein paar Badegäste herum.

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Lang habe ich mir überlegt, das Bild hineinzustellen. Aber etwas Glanz von ihm abzubekommen, kann mir nicht schaden.

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Wo gehts hier runter - mit 60m Einfachseil?

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Kathi und Marc haben es auch geschafft. Marc musste alles führen. Beide 6b- Stellen und die gruselige vierte Länge. Mit 2 Jahren Klettererfahrung und (damals) noch geringerem Können als ich. Fetten Respekt.

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Wir belohnen uns mit super leckeren Essen.

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Denn ohne Mampf kein Kampf!

Das Tourenziel ist erledigt. Die Motivation fällt aus unangenehmen Höhen ins Bodenlose. So unterirdisch, dass wir uns am feurig flüssigen Erdkern verbrennen. Schlafen bis 12. Einstieg um 14 Uhr. Gemütliche Schwierigkeiten, max 5b (V+), evtl. 5c (VI). Haken im Meterraster. Viel in der Gegend herumschauen. Auch das muss sein. Vor allem, wenn man das erste Mal in einem Land ist.

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Doch auch so erreicht man den Ausstieg.

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Lena (Alessandros Frau) nach ihrer ersten geführten Tour. Ich durfte nicht und Alessandro wollte nicht. Lena kann mehr als sie von sich behauptet.

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Verfluchtes Herumgebummel.

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Zum Glück ist das Schwarze im Nachbartal hängen geblieben. Wir bleiben trocken. Wir fahren zurück in die FeWo. Aguglia bestiegen, Lena in die langen Touren eingeführt. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. So einfach ist das. Übrigens nicht nur für die Leute mit den vier Mohren in der Landesfahne. Tatsächlich war ich seitdem nicht mehr mit Alessandro auf Tour. Das wird sich auch nicht mehr ändern. Traurig

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Mit Marc & Kathi geht es noch mal in die Surtana.

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http://www.youtube.com/watch?v=VlnST9EDkFY

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Noch ein Mal an den Strand, danach war klettermäßig auch bei Marc & mir die Luft raus - und zwar vollständig.

Die nächste Tour war auch so geplant: Drei Tage allein übers Supramonte- Plateau.
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Re: Von Nuraghen und in ihnen hausenden Mohren
Antwort #1 - 13.06.2011 um 22:58:45
 
Los geht es in Orgosolo. Wären die Autos nicht, dann könnte man sich glatt um 50 Jahre zurückversetzt vorkommen. Und das nach nur einer guten halben Stunde Busfahrt von Nuoro. Daran änderte auch der schlauer Physiker nichts, der mal ausgerechnet hat, dass Zeitmaschinen wenn überhaupt nur vorwärts fahren können. Orgosolo ist unter den Städten dieser Größe vermutlich die bekannteste der Welt. Das liegt zum einen an den Wandmalereien, die fast jedes Haus der Hauptstraße zieren

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und zum anderen am wunderschönen Film "Banditen von Orgosolo" von 1961, der als einer der ersten dokumentarischen Spielfilme überhaupt gilt. Leider gibt es ihn nur auf italienisch, wozu noch in langen Passagen das selbst für Festlandsitaliener nur schwer verständliche Sardisch gesprochen wird. Da bin ich absolut ohne Chance.

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Wer es trotzdem versuchen will: Hier gibt es den ersten Teil: http://www.youtube.com/watch?v=zGe5v2ZF4to, zu den weiteren Teilen kann man sich durchklicken.

Hier gibt es keine Bilder, ich hatte nur die Stirnkamera.

http://www.youtube.com/watch?v=zLlxk6dKtwM

Ich bitte die miserable Bildqualität zu entschuldigen.

Für die, die es sich nicht ansehen wollen:

Am Pratobello (Hochfläche etwas außerhalb der Stadt) ist eine Art Stadtfest mit Viehmesse. Wegen des miserablen Wetters (es hat sogar "unten" geschneit) ist der Besuch nicht so wie sonst, und man ist dazu übergegangen, die gegrillten Schafe zu verschenken. Ich bin bis zum nächsten Mittag zum Platzen voll.

Ich merke bald, wie sehr ich die Größe des Gebiets unterschätzt habe. Ein freundlicher Eingeborener nimmt mich mit bis zur Caserma forestale "Ilodei Malu", wo man mir allerlei Fragen stellt, bis ich meinen FÜL- Ausweis zücke und damit alle Ängste zerstreue, ich könnte verlorengehen oder von Wildschweinen (Cinghiali) gefressen werden, die anscheinend gefährlicher sind als Wölfe oder Bären (die es dort ohnehin nicht gibt).

Die beiden "Tacchi" (Berge in Form eines Schuh-Absatzes) Monte Fumai

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und M. Novo S.Giovanni

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(beide zusammen)

begehe ich heute noch. An seinem Fuß baue ich meine Dackelgarage. Oben ist dann eine Biwakschachtel.

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Von oben sehe ich das erst Mal die Gorropu- Schlucht, nur als Kerbe im Horizont.

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Noch ein Mal habe ich (schlechten) Handy- Empfang, danach ist erst Mal Funkstille. Das gibt es in Italien sonst nirgendwo.

In den so genannten Cuilen kann man auch schlafen. Ein Zelt braucht man nicht wirklich. Mehrere Stunden geht es vom Randgebirge auf die Hochebene in etwa 1000 m Höhe. Durch die Gorropu- Schlucht kann man die Staatsstraße erkennen. Kurzzeitig ist Ende der Funkstille.

Am Weg von den Tacchi zur Hochebene ist noch eine Art Almbetrieb. Milchschafe und frei herumlaufende, an unsere Hällisch- Hohenlohischen erinnernde Schweine. Die Hochfläche selbst ist wild. Nur ein Reisebüro bietet hier (vermutlich illegal, aber das ist genau so vermutlich auch scheißegal) Allrad- Touren an. Mufflons (Wildschafe) und Wildschweine. Um die wenigen Suhlen mache ich einen Bogen mit 100 m Radius.

Ich suche zuerst Europas tiefste Doline, die "Su Sercone". Tiefe und Radius je 200 m. Ohne Wegmarkierung und mit Karte in 1:50000 nicht einfach zum finden.

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Das dauert so lange, dass ich noch mal übernachten muss. Diesmal wirklich in der Cuile "Ziu Raffaele" (laut Karte: "Pippilloddi").

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Sie wurde eigens für diesen Zweck neu errichtet. Ein Verlassen des Supramone durch die Gorropu Schlucht ist nur durch mehrmaliges Abseilen möglich, und ich habe Weder Seil noch Gurt mit. Nächster Schreck: Kein Wasser mehr. Auch keine Quelle. Kotlett gebraten, kein Salz, kein Pfeffer, keine Beilagen. Das das als solche vorgesehene "Pane Carasau", eine hauchdünne Art Knäckebrot, zieht Wasser, ca. die 3-fache Menge dessen, was man davon isst.

Am nächsten Morgen will ich dann die Quelle finden. Das Teil stellt sich als unterirdisch heraus. Allein traue ich mich nicht in den Schacht. Dafür darf ich jetzt in der Mittagshitze trocken Richtung Orgosolo laufen. Ein Feuerlöschteich 4 Stunden von hier ist das Ziel, dem sich alles unterordnet. Bei 30°C beginnt sich bald alles um mich zu drehen. Übers westliche Randgebirge, dann über eine Forststraße nach unten.

So viel trinken, wie ich Durst habe, kann ich nicht. Nur etwa 2 Liter. Meine Flaschen fülle ich auch noch. 2/3 der letzten 20 km nimmt mich wieder jemand mit. Zum Glück. Sonst hätte das eine sehr teure Suchaktion gegeben. Abgemeldet war ich bis Mittag.

Andere sind auch unterwegs: http://www.gentedisardegna.it/pop_printer_friendly.asp?TOPIC_ID=16403

Was ich in den drei Tagen nicht in kameratauglicher Ruhe zu sehen bekam, waren Wildschweine.

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Hier beim Genießen eines Hirschbratens.

http://www.youtube.com/watch?v=ZLBWYzgiU-M

Wir sehen, die Teile sind gefährlich. Also war ich ganz froh, dass die insgesamt 4 Rotten im buchstäblichen Schweinsgalopp an mir vorbeirannten, ohne mich eins Blickes zu würdigen. Wildschweine haben auf Sardinien keine natürlichen Feinde, außer ihren Artgenossen, die ihnen den Lebensraum streitig machen.

Hier wird der erste Schritt vom Wildschwein zur Wildschweinsalami gegangen Smiley Das Auffinden ist kein großes Ding, denn spurloses Bewegen im Gelände ist nicht Sache des Borstenviehs Smiley Zum Erlegen braucht man dann schon große Kaliber Smiley . Wildschweinsalami ist sehr sehr lecker, und das Tier hat artgerecht gelebt.

http://www.youtube.com/watch?v=T_9Gsv_uiko

Etwas friedlicher sind die Mufflons, eine Art Wildschaf

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Die Hörner sind als Messergriffe begehrt, ich habe auch so ein Teil:

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Zurück in der Pension, duschen, und dann erst mal ins Ristorante, wo man mich trotz des fürs Landesinnere recht freizügigen Auftretens (kurze Hose, ungewaschenes (aber noch sauber aussehendes) Hemd) wieder gern als Gast begrüßt. Die Hosenbeine starren vor Dreck, die hätte ich nicht anzippen können. Noch eine Nacht, dann geht es über Nuoro und Sassari nach Alghero. Und dort erst mal ins größte Nuraghendorf "Palmavera" der Insel.

http://www.youtube.com/watch?v=twLH676glcM
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Re: Von Nuraghen und in ihnen hausenden Mohren
Antwort #2 - 13.06.2011 um 23:04:24
 
Mittlerweile will ich auch wieder was klettern, aber Marc & Kathi haben sich abgemeldet. Ich schließe mich vier Tschechen an und verbringe den glühend heißen Tag am Strand in einer bekletterbaren Höhle. Der Spot nennt sich Casarotto - was nicht auf die Felsbeschaffenheit schließen lässt. Der Name ist einem [Tautologie]vorzeitig ums Leben gekommenen[/Tautologie] Extrembergsteiger gewidmet.

http://www.youtube.com/watch?v=hOjMWktqy64

Die Höhle ist wunderschön hoch über dem Meer gelegen. Ein schöner Platz zum Entspannen. Vor der Mittagshitze an der Küste hinradeln und in der Abenddämmerung zurück.

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Die Brandung kommt manchmal bis hier hoch.

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Das Klettern ist athletisch, also ganz genau das Richtige für Schwarzenclimber.

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Der gute Mann war als Kletterlehrer dabei und zeigte, dass sich auch fast horizontale Dächer mit relativ wenig Kraftaufwand bewältigen lassen.

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Schöner kann ein Klettergarten eigentlich gar nicht sein.

Abends noch ein wenig die Stadt angesehen. Dann noch mitten in der Nacht für 70 Cent (!) zum Flughafen mit einem Bus, in dem man Gehörschutz braucht.

Gegen 8 Uhr lande ich bei besten Wetter in Memmingen. Da hätte ich auch zu Hause bleiben können. Der Taxifahrer belehrt mich eines Besseren: 10 Tage Regen und Schnee. Ätsch!

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Antwort #3 - 13.06.2011 um 23:11:29
 
Tipps zu Sardinien:

Unterkunft war eine FeWo in Cala Gonone (CG). Infos auf http://dorgali.it/ (Cala Gonone ist Stadtteil von Dorgali). Wir zahlten ca. 300 Oiro für eine 4er FeWo für 6 Nächte. Ich habe nicht gebucht, daher weiß ich keine Adresse. Ich bin mit Ryanair für 140 Oiro von Memmingen nach Alghero und zurück geflogen.

Einen (relativ teuren) Mietwagen braucht man auf jeden Fall zum Klettern, außer Ihr wollt die ganze Zeit in CG bleiben, wo ihr alles zu Fuß machen könnt.

Vom Flughafen Alghero kommt ihr mit dem Bus in ca. 4 Stunden nach CG, richtige Reisebusse, ca. 12 Oiro. Umsteigen evtl. in Sassari und in Nuoro. Von Olbia dauert es 2 1/2 Stunden, ebenfalls über Nuoro. Wenn ihr in Nuoro etwas Zeit habt: Grüßt den Wirt in der Bar in der Mitte der Fußgängerzone.

KleFü gibt es vor Ort. http://www.sardiniaclimb.com/

Absolut unvergesslich ist die Aguglia di Goloritze http://www.planetmountain.com/Rock/falesie/falesia.html?idfalesia=078 Wenn Ihr so etwa 5c klettert und keine Hemmungen habt, die Haken zu greifen, dann macht das!

Wenn Ihr zu nichts als zum Klettern da hin fahrt, entgeht Euch das Meiste. Im Landesinneren seht Ihr mehr, alles außer Unterkunft ist nur ein Drittel so teuer und im Gennargentu bzw. auf der Supramonte- Hochfläche findet Ihr noch "richtige Wildnis".
Der moderne Küstenstreifen ist relativ gesichtslos (sowas gibt es genau so in den anderen etwas besseren Feriengegenden in Festlands- Italien.) Urlauberschließfächer wie auf Malle gibt es auf der ganzen Insel aber zum Glück nicht. Dafür auch keinen "Flug und 13 Übernachtungen für für 200 Euro".
Im Landesinneren solltet Ihr zumindest ansatzweise mit Händen und Füßen kommunizieren können. Fremdsprachenkenntnisse sind Fehlanzeige. Selbst im mit knapp 5000 EW für das Landesinnere relativ großen Orgosolo ist es nicht einfach, englisch oder deutsch Sprechende zu finden. Am Land kann man es ganz vergessen. Die Leute sind aber sehr freundlich und geben sich alle Mühe. Ggf. werdet Ihr in einer Bar Sprachunterricht bekommen, ob Ihr wollt oder nicht. Die zwingend erforderlichen IGM- Karten bekommt Ihr in Nuoro in der großen Buchhandlung, Name ist mir entfallen, aber es reicht, wenn Ihr nach der großen Bücherei fragt.

"Pflichtprogramm" sind die Gorropu- Schlucht, das Nuraghendorf Tiscali, Europas tiefste Doline "Su Sercone" und natürlich die Aguglia di Goloritze.
Zu empfehlen ist weiter Selvaggio Blu, eine mit Abseilstellen und Klettereinlagen versehene Wildnistour an der Küste: http://www.selvaggioblu.it/ Macht es aber organisiert, sonst wird es sehr aufwändig, weil Ihr mit einem Gummiboot erst mal die Depots anlegen müsst.
Aktionen wie http://www.sardinienweb.de/sport-1.htm halte ich aber für rausgeschmissenes Geld.

Schaut Euch mal einen Abend lang Alghero und bei Tageslicht die Altstadt von Sassari an. Außer von Cagliari- Stadt sind die Städte nicht sicherer oder unsicherer als deutsche Städte. Leere Gesäßtaschen sollten aber selbstverständlich sein - wenn Ihr sie nicht zunähen wollt, dann steckt etwas Wertloses hinein. Smiley

Noch was: Ende Mai kann es sehr warm sein. Plant besser keine Südseiten.

Viel Spaß und einen unvergessliches Ergebnis wünsche ich allen. Ich würde gern noch mal mitgehen.
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Steinbock
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Jan jäässä

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Re: Von Nuraghen und in ihnen hausenden Mohren
Antwort #4 - 21.06.2011 um 19:39:15
 
Hallo Lampi,

seid ihr in Cala Gonone die Kinderroute geklettert   Augenrollen   Wir  waren auch dort (Mitte bis Ende Mai) und kennen das. Dein Bericht könnte auch von uns sein - bis auf Routen 6b, da kommt Marjaana nicht hoch Zwinkernd

Du hast recht, Sardinien ist wunderschön und absolut empfehlenswert für Kletterer, Wanderer (muss man etwas aufpassen, denn es gibt keine "deutschen" Wanderwege)  und Naturliebhaber.

Wir hatten auch eine FeWo in Cala Gonone und eigenes Auto dabei. Hin v. Livorno nach Olbia & zurück nach Genua.

Ein Tipp wegen Essen: unbedingt zu Agriturismo gehen. Z.B. Agriturismo Nuraghe Mannu oberhalb v. CG (sehr gutes Essen, urig, mehrgängiges Menü inkl. Getränke 25 Euro).

Hier ein Paar Fotos
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Re: Von Nuraghen und in ihnen hausenden Mohren
Antwort #5 - 22.06.2011 um 08:45:19
 
Steinbock schrieb am 21.06.2011 um 19:39:15:
Hin v. Livorno nach Olbia & zurück nach Genua.

DAS wäre mir zu stressig. und ob man da gegenüber dem Flieger + zeitweisem Mietwagen was spart, bezweifel ich. Von den 4 Urlaubstagen, die ich auf der Autobahn lasse mal ganz zu schweigen.
Steinbock schrieb am 21.06.2011 um 19:39:15:
Ein Tipp wegen Essen: unbedingt zu Agriturismo gehen. Z.B. Agriturismo Nuraghe Mannu oberhalb v. CG (sehr gutes Essen, urig, mehrgängiges Menü inkl. Getränke 25 Euro).

Dafür kannst Du ein paar km weiter im Landesinneren eine ganze Familie abfüttern Smiley .
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