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XEIS die dritte (Gelesen: 103 mal)
Lamл[tm]
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XEIS die dritte
15.11.2017 um 00:25:01
 
Wieder einmal konnte die für das lange Wochenende zum Tag der Einheit einklich geplante Tour nicht stattfinden.
Was für mich besonders schade war, weil ich selten die Gelegenheit bekomme, im Tal von Orco etwas zu klettern.
Nur im äußersten Osten der Alpen war brauchbares Wetter angesagt, und das war Martin zu weit.
Zum Glück fand sich kurzfristig der Patrick aus der DAV community, und so wurden wir auch zunächst einmal Bestandteil des Staus nach Rosenheim. Dafür hätte ich auch zwei Stunden später aufstehen und mich in Rosenheim auflesen lassen können. So blieben uns zum Kennenlernen- Klettern gerade mal zwei Stunden am Donnerstag Abend.

Man muss dazu sagen dass im Gesäuse die meisten Klettergärten erst mit 7 anfangen. Es gibt nur sehr wenige leichtere Touren, und diese auch nur in zwei der größeren Klettergärten.

Nachdem wir so etwa eineinhalb Touren gezogen haben müssen, wir uns schon in Richtung Klinke Hütte in Bewegung setzen, unserem Stützpunkt für die meisten jetzt noch machbaren Routen. Nach dem Spätsommer, der ein Winter war, sind nordseitige Routen nicht mehr begehbar. Die meisten südseitigen Routen (Festkogel, Hochtor) wiederum haben einen mit der Tageslänge nicht vereinbaren Zustieg von drei Stunden.

Nach einem reichlichen und recht ordentlichen Abendessen halten wir uns noch etwas an einem Bier respektive Klinke-Wasser fest bis uns die im gefühlten 3-Minuten-Takt nach weiteren Getränkewünschen fragende, ansonst nette Bedienung in der nur den Österreichern eigenen höflichen Bestimmtheit deutlich und unmissverständlich auffordert uns doch jetzt ins Lager zu begeben, "wenn wir eh nix mehr trinken mögen".

Der Lagerraum ist groß und nur von uns beiden benutzt. Der Vorteil liegt auf der Hand, der Nachteil ist natürlich, dass wir ihn zu zweit so gut wie  nicht warm bekommen. Aber eine Decke für drunter und drei Decken für oben drüber, und schon muss man nachts nicht mehr frieren. Schon gar nicht wenn mitten in der Nacht die Heizung eingeschaltet wird. Ich gehe mal davon aus dass das wegen Nachtfrost die Automatik ist.

Kalbling- Südgrat

Nachdem wir im Lager unser Frühstück einnehmen mussten, was eigentlich im Gegensatz zu den auf einer Alpenvereinshütte üblichen Gepflogenheiten steht, nach denen auch zum Verzehr selbst mitgebrachte Speisen der Gastraum aufzusuchen ist, was uns von wird jedoch verweigert wird, machen wir uns Freitag zur empfohlenen Zeit auf zum Einstieg des KAIBLING Südgrat.

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Kaltstart nach 9 Uhr

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Die rechte Kante ist es

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Nasser Einstieg

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Scharf rechts abbiegen. Die erste Seilschaft geht eine schwierigere Variante und so überholen wir sie.

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Stand 2 1/2

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Stand 5

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Schlüsselstelle, leider nass. Gut gemacht, Patrick.

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Länge 8

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Schluss.

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Ab hier geht es zu Fuß weiter.

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Gipfelpanorama 1: Der wuchtige Buchstein

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Gipfelpanorama 2: Reichenstein

Am Gipfel sind wir relativ zügig und warten noch etwa eine Stunde auf die erste Seilschaft, aber sie kommen nicht an.

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Helden der Berge Smiley

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Kaum übersehbar Smiley

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Ende eines schönen Tages

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Ziemlich genau in der Mitte eine wunderschöne Verschneidung, links darüber

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die Schlüssellänge.

Wir erreichen die Hütte gerade noch zu Küchenschluss, worauf wir die Belehrung über uns ergehen lassen müssen, dass um 18 Uhr Küchenschluss und nicht Bestellschluss ist. Dennoch bekommen wir ein Gulasch und 10 Minuten später sogar noch einen Kuchen.
Auf das etwas seltsame Heiz-Regiment, das uns am Abend im kalten sitzen und nachts unter den Decken schwitzen lässt waren wir schon gefasst.

Am Samstag suchen wir und zwei weitere Seilschaften eineinhalb Stunden lang den Einstieg zum
Waidhofener Weg

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anhand dieser dürren Beschreibung

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und dieses Plakats an der Hütte.
Eine etwas ausführlichere Beschreibung des Zustiegs habe ich mal auf bergsteigen.com gelassen:

"Am tiefsten Punkt des Südgrats beginnend den Wandfuß rechts aufwärts verfolgen bis zu einer markanten Verschneidung (ca. 150 hm). Etwa 20 m rechts davon Beginn einer Rampe mit Gufel und BH. Dort anseilen. Wandfuß der Südwand etwa 40 m rechts queren zu schluchtähnlichen Kamin, hier Einstieg. Die erste SL kann mit 60- m- Seil gleich noch miterledigt werden." Vorsicht, es kursieren Beschreibungen, den Einstieg von unten zu erreichen. Das ist lebensgefährlich für den Kletterer und für die Begeher des Wanderwegs 100 m weiter unten.

Die Seilschaft vor uns versteigt sich und seilt dann ab. Das trägt auch nicht zum zügigen Fortkommen bei. Nachdem ich den richtigen Weg hatte, kommen sie wieder nach und helfen uns beim Wegsuchen. Die Schlüssellänge ist nicht im Bild festgehalten.
Am Pfeilerkopf am Ende der Verschneidung am Beginn nicht, wie im Topo, rechts, sondern zunächst links über eine Rampe aufwärts. Es kommen viele zunächst nicht sichtbare NH und dann der BH. Die Schlüsselstelle ist nicht die Platte, sondern der Übergang von der Verschneidung zur Rampe.

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Die zweite von drei schönen Verschneidungen

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Der härteste Vierer meines Lebens. Würde bei uns als 5+ durchgehen.

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Die letzten beiden Längen

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kann man noch mal zusammenhängen.

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Die lezten Meter zum Gipfel

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Von Süden drückt's schon rein.

Mit den vielen Verzögerungen schaffen wir es nicht mehr bis 18:00 zur Hütte. Wir rufen vom Gipfel aus an, dass man uns etwas zurücklegen möge (Warmhaltegefäß ist vorhanden), aber nichts gibt es, nicht mal eine "kleine" Karte, keine Suppe, keine belegten Brote, nichts. Der Wirt meint, wir könnten ja selbst was kochen. DAS machen wir dann auch. Woraufhin der Wirt uns um 21:00 Uhr auf die Straße setzt. Zum Glück haben wir ein Zelt mit. Näheres siehe:
http://www.sektion-alpen.net/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?num=1507661783
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Re: XEIS die dritte
Antwort #1 - 15.11.2017 um 00:26:35
 
Am Sonntag schaffen wir es gerade noch, das Zelt trocken zu verpacken. Wir stellen das Auto am Gstatterboden ab und gehen den Hüttenweg zum Buchsteinhaus
Buchsteinhaus
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Sehr ungewohnt von den Naturfreunden - fast schon Luxus. Zweierkabinen im Lager, Gourmet- Essen zum Sattwerden ....
http://www.sektion-alpen.net/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?num=1507663399
Nur von der Landschaft sehen wir nixxx außer Nieselregen und Nebel!
Um so mehr dafür am nächsten Morgen.

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Nach dem Regen und sternklarer Nacht ist es noch mal ein paar Grad kälter als gestern. Der Fels ist nass. Hier sind trotzdem welche klettern gegangen.

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Unten ist es noch trüb und kalt, während wir Sonne tanken

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und uns am Panorama erfreuen.

Es steht die Umrundung des Buchsteinmassivs an. Eine Querung am nördlichen Wandfuß ist nicht möglich, da dieser durch mehrere Tobel total zerrissen ist. Von knapp 2000 müssen wir 1350 Höhenmeter in die Gluthitze des Vorgebirges absteigen.

Buchstein Eis
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Der Schnee vom September ist in schattigen Lagen nicht mehr weggetaut.

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Mit den Wanderschuhen brauche ich Grödel, das dreimalige An- und Ablegen nervt ganz schön.

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Über eine Rippe zwischen zwei viele Hundert Meter tiefe Erosionsrinnen steigen wir ab bis auf 623 Meter

Wiederaufstieg
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Mit langen Hosen wäre ich spätestens beim Aufstieg bei anfänglich etwa 27°C gestorben. Patrick ist da nicht so empfindlich.

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Anfangs auf steiler Forststraße,

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dann durch Wald und Schrofen geht es

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am Schluss durch die Latschen

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in 2 Stunden etwa 1100 Höhenmeter nach oben.

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zum Fuß des Kleinen Buchsteins.

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Was jetzt folgte, nahm uns jegliches Interesse an der Herstellung fotografischer Abbildungen.
Ein gerölliger Abstieg und unten ein Schild "Ennstaler Hütte 2 1/2 Stunden", wo es doch in 1 1/2 Stunden dunkel wird. Und der Weg wird manchmal mit Seil empfohlen.

Wir erreichen mit dem letzten Licht das Ende der schwierigeren Stellen. Dann noch eine Viertelstunde durch stockfinsteren Wald und wir sind im lebendigen Museum der Ennstaler Hütte.

(Ensstaler) Museumshütte & Abstieg

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DAS Kontrastprogramm schlechthin zum heutigen alpinen Großbetrieb. Die von einem netten Paar betriebene Hütte weckt Erinnerungen an meine alpine Anfangszeit.

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Hier weiterlesen.
http://www.sektion-alpen.net/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?num=1507664551

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Bei abnehmender Höhe und zunehmenden Regen finden 5 tolle Tage einen Abschluss.

Danke Patrick für das beruhigende auf-mich Einreden bei den alpin abgesicherten Touren, für das Coaching im heißen Aufstieg und für das Mitgehen über den Steig trotz Deiner Skepsis.
Der Ennstaler Hütte wünsche ich, dass sie noch möglichst lange der Nachwelt so erhalten bleibt.
Wer weiß wann ich das nächste Mal ins Gesäuse komme - ist es doch von Stuttgart über 550 km weg und somit nur "ultimo razio rifugo" falls überall sonst beschissenes Wetter ist.

Info:
Falls Ihr vorhabt, im Gesäuse auf der Klinke- Hütte unterzukommen.

1. Küchenschluss 18 Uhr. Danach nur noch Getränke. Der Wirt möchte angeblich die Hütte abends in Getränkegastronomie umwandeln und dadurch eine Abend- Raucherlaubnis erwirken.
2. Sprecht den Wirt besser nicht auf die Verpflichtungen gem. Kapitel 4.1/4.2 aus der Hüttenordnung https://www.alpenverein.at/portal_wAssets/docs/berg-aktiv/huetten/regelungen/hue... (warme Speisen bis 20 Uhr) an.
3. Wenn ihr dann notgedrungenermaßen selbst kocht, dann macht das besser draußen. Wenn sich der Wirt nicht an die Hüttenordnung hält, heißt das noch lange nicht, dass Ihr Euch auch nicht daran halten müsst. Er hat nämlich das Hausrecht und das nutzt er aus.

Noch Fragen? Ich glaube kaum.

Aber eine Antwort: Der Hüttenparkplatz ist ausreichend groß für min. 50 Campingbusse.

Nochwas für die ganz GV-len: Nicht noch höher hinauf fahren - spart 100 Höhenmeter Fußweg, kostet aber richtig fett Bußgeld (hier waren wir mal nicht betroffen.)

Wer sich die 7 Oironen Maut sparen will, radelt in 45 Minuten zur Hütte und kann je nach Fahrrad noch 100 bis 300 Höhenmeter näher an den Einstieg  kommen. Bringt im Aufstieg kaum was, aber viel am Abstieg.  Smiley Der Parkplatz am Lift an der Kaiserau ist ausreichend groß für 500 Campingbusse Smiley

Aus https://www.alpenverein.at/portal_wAssets/docs/berg-aktiv/huetten/regelungen/hue...
4.1. Angebotsverfügbarkeit
Zumindest von 12 bis 20 Uhr muss mindestens eine warme Mahlzeit angeboten werden.
Die Hütten-Wirtsleute haben das Frühstück und das Teewasser zeitlich abgestimmt auf die lokale bergsteigerische Notwendigkeit anzubieten.
4.2. Bergsteigerverpflegung
Für mindestens ein "Bergsteigeressen" zahlen Mitglieder und ihnen Gleichgestellte einen um mindestens 10% ermäßigten Preis, der jedoch nicht höher sein darf als 8,00 €. Das Bergsteigeressen ist auf der Speisekarte auszuweisen. Es muss ein alkoholfreies Getränk angeboten werden, das mindestens 40% billiger ist als Bier in gleicher Menge. Nur Mitglieder besitzen das Recht auf Teewasser für 3,00 €/Liter (inkl. 2 Tassen).

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« Zuletzt geändert: 15.11.2017 um 12:23:34 von Lamл[tm] »  

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