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Beitrag begonnen von Lampi[tm] am 06.03.2006 um 09:52:09

Titel: Windmühlentour:Albträume können richtig schön sein
Beitrag von Lampi[tm] am 06.03.2006 um 09:52:09
(Handyfotos sind es leider nicht.)

Sonntag war der perfekte Tag. Ein halber Meter Neuschnee und Lawinenwarnstufe 4. Ideal für eine "Erste-Spur-Aktion"

Also nix wie um 8 Uhr 32 den Zug nach Amstetten gekapert und um halb 10 dort gestartet.




Am Bahnsteig Ski anschnallen ist äußerst selten....


Auf festgefahrenen Schnee gehz nach Amstetten-Dorf, dann durch Tiefschnee zum ersten "Berg"




Für Skibergsteiger ein Fluch, aber hier freut sich jemand über den Sturm von Samstag.



Ich komme nur sehr langsam voran.  Aber hinter dem letzten Hof ist die Kreisstraße nicht auf den Grund geräumt. Die verbliebenen 6 km bis Nellingen vergehen wie im Flug



Eine festgefahrene Landstraße - Zum Langlauf fast so gut wie eine Loipe.



Nach der mühsamen Umgehung von Nellingen (Wieso wird in einem Dorf, in dem jeder Allrad hat, eigentlich gestreut???)  geht es auf der Verbindungsstraße nach Drackenstein weiter.  Doch hier ist nur Sommerbetrieb, auf  2 der 8 km kann ich eine Loipe mitnutzen.  Doch dafür liegt am hier topfebenen Abschnitt der Alb recht wenig (d.h. nur etwa 30 cm) Neuschnee. Nach einem größeren freien Feld erwische ich die falsche Einfahrt in den Wald.



Offensichtlich sind die Bäume keine Schneelast gewohnt.



Eine Stunde kommt mir doch etwas lang vor für einen Kilometer. Zum Glück habe ich mich so verlaufen, dass ich wenigstens streckenmäßig keinen Umweg mache.



Befürchtet habe ich es schon, aber die Hochspannungsleitung ließ es dann zur Gewissheit werden, dass ich eigentlich einen anderen Weg nehmen wollte.


Zu allem Überfluss nimmt oberhalb 750 Meter der Schnee schlagartig zu - ein guter halber Meter ist es, in dem ich mindestens 40 cm tief einsinke.

Für das Stück von Ober-Drackenstein nach Hohenstadt war einklich eine Loipe geplant - aber bis ich in Drackenstein bin, kann ich auch gleich nach Hohenstadt



Mittlerweile ist die Sonne draußen. Schneekristalle funkeln.  Die Bäume sind tief verschneit. Noch ist der Schnee unberührt. Aber nicht mehr in einer Stunde, denn dann bin ich am anderen Ende



Nach einiger Zeit treffe ich tatsächlich auf eine Spur. Nur vier Mal befahren, aber ich komme mir vor wie wenn ich fligen würde. Leider nur etwa 1 km.



Gehören mittlerweile zur Alb wie früher die Schafe - Windmühlen. Samstag wurde hier auf diesem Hügel jede Sekunde eine Kilowattstunde gemacht.


Rund um Hohenstadt nix wie Zäune - im Nachhinein wäre Abschnallen und durchs Dorf laufen günstiger gewesen.




Hohenstadt mit dem charakteristischen Zwieblturm trägt den Namen in der Tat - einen höheren Ort erreiche ich heute nicht mehr.


In Hohenstadt durchschneidet die A8 die Europäische Wasserscheide-davon hatten wir es schon mal. Ich gehe wirklich gern ungespurt. Aber die heutige Stapferei hat mit Langlauf einklich nichts mehr zu tun. Und nun endlich, hinter der Autobahn, erreiche ich die Westerheimer Loipe.




Windpark No. 4: Hier wird heute richtig Kohle gemacht :)


Die halbe Stunde nach Westerheim ist nur noch Formsache. Die Stapferei hat sehr viel Zeit verschlungen. Die Loipen hier sind nur Rundloipen, nach Donnstetten sind es 10-12 km. Oder nochmal 3 km stapfen. Von dort hinunter ins Lenninger Tal wären es dann noch mal 4-5 km ebenfalls ohne Loipe. Und das bei Neumond.....
Es ist 17 Uhr 15 und ich breche ab.

Nun, die Anstrengung ist vergessen, die schöne Erinnerung wird bleiben. Und wenn der Schnee noch eine Woche hält, dann wird eine Tour mit Außenlandung veranstaltet.... oder vielleicht mal eine kombinierte Langlauf-Klettertour - So was ist mir in 13 Jahren noch nicht geglückt. Es wäre dann der perfekte Alb- Traum.

Die "wilden" Strecken wären ein Fall für Schneeschuhe gewesen, aber am ersten und am letzten Stück brachten mich die Ski schon schneller voran. Und beides dabei haben - ich weiß nicht ob das sinnvoll ist.

Ich habe mal gehört, dass es mittlerweile wieder etwas breitere Langlaufski geben soll. Das wäre hier nicht schlecht gewesen. Hat jemand Erfahrung mit so was?

Titel: Re: Windmühlentour:Albträume können richtig schön
Beitrag von Lampi[tm] am 13.03.2006 um 14:16:04

06.03.2006 um 09:52:09:
Nun, die Anstrengung ist vergessen, die schöne Erinnerung wird bleiben. Und wenn der Schnee noch eine Woche hält, dann wird eine Tour mit Außenlandung veranstaltet

Ja, der Schnee ist geblieben, aber der Samstag war so stürmisch, dass ich doch nur Sonntag los bin. Die 2 Stunden Anfahrt (ein Weg) haben sich gelohnt, das leckere Essen am Nägelehaus auch.
Von Albstadt-Ebingen geht es erst zu Fuß zum Schlossfels, ab dann mit 2 Renntnerinnen abwechselnd vor oder hinter mir Richtung Raichberg. Ab etwa Mitte des Weges ist geloipt. Bis dorthin ging es auch recht gut; der Regen der letzten Woche hat aus dem Meter Neuschnee 10 cm "antändigen" Schnee gemacht, und damit das im Falle eines Falles nicht zu hart wird, kamen je nach Exposition 10-40 cm neue Flocken drauf ;)

Etwa alle 5 Minuten wechselt das Wetter von Schneesturm zu strahlendem Sonnenschein und zurück. Insbesondere bei den Überquerungen der Straße merkt man, dass einklich schon Frühjahr sein sollte. Es ist richtig warm über dem schwarzen Asfalt. Am Raichberg kann man kurzzeitig die Aussicht genießen:

, dann treibt mich ein "lang anhaltender" Schneesturm ins Nägelehaus. 5€70 für einen großen Teller der schwäbischen Leckerei, die die kulinarische Welt in .de spaltet wie keine andere, sind ein sehr guter Preis. Eine Extra-Portion Spätzle sorgt für den notwendigen Energieschub, der mich nach einer zweiten Runde über den Raichberg flott hinab ins Killertal bringen soll.

Die Forststraße ist seit dem letzten Schneefall noch unbefahren - bei idealem Gefälle von 5-10% geht es ohne Schieben, Laufen oder Bremsen durch den noch winterlichen Wald nach Starzeln.

Am Raichberg liegt noch ein Meter Schnee, der wird auch bei dem erhofften (und leider wieder abgesagten) Frühjahrseinbruch noch eine Weile halten. Aus dem Schnee direkt an die Wand, das wird dieses Jahr möglich sein.

Gruß Lamπ[tm]

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