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Rund ums Bergsteigen, Klettern, Wandern, Biken, .... für Bergfexen ;-) >> Tourenberichte >> Eine gemütliche kleine Wanderung... Teil 1 https://www.sektion-alpen.net/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?num=1220451673 Beitrag begonnen von Yak am 03.09.2008 um 16:21:12 |
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Titel: Eine gemütliche kleine Wanderung... Teil 1 Beitrag von Yak am 03.09.2008 um 16:21:12
Wie immer naht ein Wochenende und damit skurile Ideen.
Ein Geschäftstermin in der Schweiz. Das ließe sich verbinden, mit, ja ? Na ? Was ? Genau ! Ner Wanderung im Gesäuse, ist doch logisch. Zeitlich läuft dann doch glücklicherweise alles etwas anderes, aber der Aufhänger war schon mal nicht schlecht. Was für eine Tour ? Auch schon länger geplant, aber so hundertprozentig hat Yak sich das noch nicht angeschaut was Susan da unbedingt machen will. Eine Traversierung der Eisenerzer Alpen vom Eisenerzer Reichenstein zum Admonter Reichenstein. In Ermangelung einer Karte und ohne die geringste Ortskennnisse nickt Yak das einfach mal brav ab, wird so wild schon nicht sein. Haha.. [smiley=kopfklopf.gif] So nach und nach kommt dann raus, dass man da wohl ein Zelt und den zugehörigen Plunder über die ganze Strecke wird mitschleppen müssen. Ja ne, is klar, hat man sich ja vor ein paar Wochen nach der Rückkehr aus Peru noch geschworen : Nie wieder Zelt ! Auch dass es sich bei der gemütlichen Wanderstrecke um eine Distanz von 50km handeln wird und je nach Quellenangabe 3500 bis 5000 Höhenmeter zurückzulegen sind wird erstmal geflissentlich ignoriert. Ach ja. Und dann ist da ja noch Susans Problem mit dem Miniskus. Wenn da was klemmt gehts nicht mehr gescheit weiter. Dann muß Yak halt zwei Rucksäcke tragen, aber Susans Rucksack ist ja allgemein bekannt immer federleicht. [smiley=angry.gif] Alles Aussichten die einen Menschen der normal bei Verstand ist einen Kurzflug nach Ibiza buchen lassen würde. Aber wer normal bei Verstand ist fliegt auch nicht mit Gottes größter Freßmaschine zusammen nach Peru und besteigt den Alpamayo, also machen wir das jetzt einfach. Wettervorhersage ist ja toll : Das ganze Wochenende nur strahlend blauer Himmel und Sonnenschein, also viel Cola und Sonnencreme in den Rucksack, genau wie Marschverpflegung. Da muß ein Kocher rein und Zwiebeln und Speck für Kasspatzen, außerdem Milchpulver und Pfannkuchenteig, Wein (natürlich in Glasflaschen), Bier und Schnaps und all der guten Dinge mehr. Schlafsack, Matte, Zelt und all der Plunder passen nur noch außen dran und siehe da, wir stehen mit zwei Riesen-Rucksäcken am Parkplatz in Johnsbach und warten auf das Taxi dass uns die 45km auf der Strasse nach Präbichl bringt. Los gehts dann an einem Pseudo-Skigebiet mit dem aufsetzen der Rucksäcke, klar dass Susan ihren ohne Hilfe nicht auf den Rücken bringt, wann könnte es jemals anders sein ? wir kriechen los und sind guter Dinge, um uns herum schönes Wetter und eine feine Aussicht. Vor uns liegen 900Hm bis zum Eisenerzer Reichenstein mit der Reichensteinhütte und dann noch ein beliebiges Stück Weg bis wir einen Platz zum zelten finden. Natürlich wird das Wetter im Aufstieg schnell schlecht und auf dem ersten Grat angekommen pfeift ein stürmischer, eiskalter Wind der die Wolken zu einer kompakten nassen Nebelmauer staut, die die Sichtweite auf unter 20m sinken läßt. Ja ne, is klar, so muß das sein, das Wasser tropft von den Haaren und vom Rucksack und genauso geht es mit der Motivation. Wir sind eh schon brutal langsam und erreichen nach einer gefühlten Ewigkeit, die in Realität aber nur gute 3 Stunden waren, die Reichensteinhütte. Da wird nicht lange überlegt, rein in das Teil, der Ofen ist an, die Gaststube richtig heimelig, der Hüttenwirt superfreundlich, hier bleiben wir doch sinnvoller Weise, morgen ist dann eh Superwetter ! Wir bekommen ein Lager für uns und könnens uns mit unseren fetten Schlafsäcken kuschelig machen. Allerdings muß das Fenster irgendwie aufgestemmt werden sonst ersticken wir, die Schlafsäcke sind nicht für ne Übernachtung in der geheizten Hütte sondern fürs Freie ausgelegt. Am nächsten Morgen führt um 6 Uhr der Weg zum Fenster. Nebelmauer, Sturm, wieder ins Bett, um 8 frühstücken ist auch OK. Der Hüttenwirt fragt ob wir das kleine oder große Frühstück wollen. Wir nehmen das ganz große aus dem Rucksack und könnten alle anderen Hüttengäste noch mitversorgen wenns denn sein müßte. Zwei ganze Brote, halbes Kilo Käse, dickes Paket Speck, Leberwurst, Streichwurst, Leberkäs, Marmelade, Honig, Nutella, hartgekochte Eier usw. usf. Nein, sparsam packen wird unser Ding nie werden, da kann Yak noch soviel predigen, als schlechtes Vorbild hat man einfach keine Leitfunktion.. Irgendwann endet auch das dickste Frühstück. Kurz ohne Rucksack zum Gipfel (2165m) bevor es weiter geht, das Wetter wird ja besser geworden sein in der Zwischenzeit sollte man meinen. Es sind nur 40 Höhenmeter und klar, das Wetter ist jetzt fast schon super, gönnen wir uns ein Gipfelfoto... Hilft alles nix, es ist Zeit zum starten, wir müssen mindestens bis zum Antonikreuz kommen, das ist ein gutes Stück, nicht weniger als 8 Stunden Gehzeit, wahrscheinlich aber viel länger, denn der Fels ist naß und das Gelände schroff und teilweise steil. Der erste Orientierungspunkt ist die große Scharte doch bis dahin gilt es zahlreiche Hindernisse zu überwinden. kleine Felsstufen die man normalerweise kaum bemerken würde sind auf einmal kaum überwindbare Hindernisse wenn man die Hälfte seines Körpergewichtes zusätzlich auf dem Rücken mit herumträgt. Wir gehen demzuflage sehr langsam und richten immer wieder bewundernde Blicke in die erhabene Landschaft... Der Abstieg in die große Scharte wird dann sogar richtig heikel, steiles, schroffes Absturzgelände, nasses Gestein, eine Gedenktafel, da wirds auf einmal richtig mulmig. Das Sicherungsdrahtseil kann man dummerweise größtenteils aus der Wand rauspflücken und auch die Griffe sind toll, da kann man sich ein paar mitnehmen für daheim. Mit etwas Hin- und her erreichen wir aber heil die Scharte (1861m), endlich gehts wieder aufwärts und man glaubt es ja kaum noch. Auf dem Weg zur hohen Lins (2028m) bekommt die Nebelwand endlich Löcher. Es wird fotografiert was das Zeug hält, nach drei Stunden Nebelwanderung ist man richtig ausgehungert nach Fernsicht. Die wird glücklicherweise im weiteren Verlauf immer besser. Wir überschreiten und traversieren, hinauf und hinab, teils über Gras dann über Schutt, ein paar mal auch steiler durch Fels. Die Rucksäcke sind immer noch sauschwer aber mit leichter werdendem Gelände erhöht sich doch die Geschwindigkeit. Dann baut sich vor uns der Stadelstein (2070m) auf. Es ist fast 16 Uhr, langsam Zeit für ne Mittagspause. Beim Blicke auf die Karte stellen wir ernüchtert fest, dass wir es nicht mehr bis zum Antonikreuz schaffen werden vor Einbruch der Dämmerung. Aber ab dem Stadelstein gibt es etliche gute Plätze zum übernachten, gehen wir halt die paar Kilometerchen morgen mehr. Wir passieren das Joch zwischen Stadelstein und Schwarzenstein und gelangen auf ein große Grashochebene. Bevor wir zum Wildfeld weiter gehen nehmen wir aber den Gipfel noch mit, endlich mal einer mit anständiger Aussicht. Weiter geht es hinüber zum Wildfeld (2047m), nicht mehr arg viele Höhenmeter aber ein gutes Stück Strecke, dafür wird das Wetter jetzt endgültig schön, die Sonne scheint und wir beschliessen, dass dieses der letzte Gipfel für heute sein wird und wir den Anstieg als Chillout-Tour geniessen. Hier findet sich auch die erste Quelle seit der Hütte und damit auch die erste Gelegenheit die leeren Flaschen wieder aufzufüllen. Der Wildfeldgipfel bietet tolle Ausblicke und Lichtstimmungen, wir sind mit dem Wetter versöhnt und überlegen ob wir hier oben bleiben oder noch bis zum Teichenegg (1700m) absteigen sollen ? Eine reichlich unheimliche Windböe gibt den Ausschlag und treibt uns hinunter in den Wald, eine richtige Entscheidung, denn hier gibt es reichlich Blaubeeren. Der Tag endet daher mit Blaubeerpfannkuchen mit reichlich Zucker und Zimt - einfach köstlich nach so einer Tour. |
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