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Im vergessenen Sölktal (Gelesen: 1403 mal)
Yak
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Um mani padme hum

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Nepal und Tibet
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Im vergessenen Sölktal
13.01.2003 um 16:47:35
 
Im Naturpark Sölktäler, eine meiner liebsten Tourenregionen waren wir nach Weihnachten unterwegs. Natürlich war dort wie immer kein Mensch, denn mal Hand aufs Herz liebe Leser : Wer von euch kennt die Gegend ? Außer Jogi sicher keiner und auch bei dem bin ich unsicher, warten wir mal auf seinen Kommentar.  8)
Nicht weit von der gräßlichen Skiregion Schladming weg, aber trotzdem versteckt und vergessen.
Das Wetter war mies, es regnete auf 1000m und auf unsere Frage nach Lawinengefahr reagierte man schon fast eher erbost, so als wollten wir uns über die Leute lustig machen. Liebe Steirer, das war nicht unsere Absicht, wir wußten schlicht nichts von der alptraumhaften Schneearmut.
Als Ziel suchten wir uns auf einer Karte die Karlspitze (2212m) aus, immer noch ungläubig, dass trotz der starken Niederschläge überhaupt kein Schnee liegen sollte, denn der Grataufstieg schien mir für Schneeschuhe gut geeignet und in keiner Weise lawinengefährdet.
...
Der Weg führte gut markiert immer wieder über eine Forststrasse durch dichten sattgrünen Wald. Ab 1300m fand sich eine ganz dünne Schneedecke und ein leichter Schneeschauer versuchte verzweifelt etwas Winteratmosphäre zu erzeugen. Auf 1600m war die Alm erreicht und der Schnee zumindest so tief dass es sinnvoll schien die Schneeschuhe unter die Füße zu bringen statt sie im Rucksack zu schleppen. Der Weg führte dann etwas schwieriger unterhalb einer Wand entlang und mündete bei 1800m auf den Grat, Hier lag endlich Schnee, teilweise sogar mehr als 30cm, so dass sich die Schneeschuhe beweisen konnten. Zwar war der Grat immer wieder freigeweht, aber das ist kein Grund Schneechuhe wieder abzuschnallen, die funktionieren auch auf Fels oder Gras.
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Langsam wurde es kälter, windiger und weißer, etwas Winterfeeling kam auf und das Gipfelkreuz in Sicht. Unterhalb einer kurzen Steilstufe hielten wir an und stärkten uns mit ein paar hartgefrorenen Schokoriegeln und etwas Apfeleis aus der Sigg-Flasche, vielleicht hätte man die Thermohüllen doch mitnehmen sollen !?
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Das letzte Stück zum Gipfel ohne Schneeschuhe war etwas Kletterei, aber unschwierig, dafür blies der Wind wie im Testkanal der Ford-Werke und die Temperatur ereichte auch nur noch -7 Grad.
...
Wir hielten es gerade lange genug aus um etwas ins Gipfelbuch zu krakeln, dann gings im Laufschritt nach unten. Die zurückgelassenen Schneeschuhe wieder anziehen und auf dem Grat mit schnellen Schritten nach unten. An der Alm dann eine längere Pause, hier war die Temperatur wieder erträglich. Zurück im Tal dann Zufriedenheit, wir kehren beim Ödwirt ein, dessen Kochkünste den Namen vergessen lassen und freuten uns über einen gelungenen Tourentag.

Fazit : Die Sölktäler bieten Einsamkeit und Naturerlebnis pur, wer keinen Trubel schätzt dem empfehle ich einen Besuch !http://www.soelktaeler.at/
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Wir können es auch nicht, aber wir versuchen es wenigstens !
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