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Hochwechsel (Gelesen: 4005 mal)
Yak
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Um mani padme hum

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Nepal und Tibet
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Hochwechsel
27.01.2003 um 13:17:45
 
Die Wettervorhersage versprach am Wochenende leidlich gutes Wetter mit häufigen Wolken aus Nordwest, also mußte der Sonntag genutzt werden.
Von Wien über die Südautobahn schnell hinaus Richtung Berge. Eine erhöhte Stelle der Autobahn zeigt Rax und Schneeberg in Wolken, aber weiter im Süden gleißend blauen Himmel über verschneiten Kuppen.
Der Hochwechsel (1743m) wurde also kurzentschlossen zum Ziel erklärt, über die Autobahn ist Aspang schnell erreicht und von dort nach Mariensee, dem Ausgangspunkt der Wanderung waren es nur noch 10km auf guter, wenn auch verschneiter Strasse.
Der Parkplatz auf 900m war nur von zwei Autos besucht, es versprach also eine einsame Tour zu werden, eine völlige Fehleinschätzung der Lage wie sich später herausstellte, aber man kann ja nicht überall ortskundig sein.
Der Weg ging flach, aber vereist mit ganz dünner Schneeauflage durch dichten Wald, in dem sich die Bäume mit langen Eisnadel überzogen zeigten.
...
Nach kurzer Zeit kam uns bereits ein Anhänger der neuen Trendsportart "Skitragen" entgegen, die auch hier im äußersten Osten Österreichs bereits ihre begeisterten Anhänger gefunden hat. Erstaunlich wie schnell doch dieses Volk der einstmals stolzen Skifahrer auf diese Modeerscheinung angesprungen ist und jetzt die Skier umweltschonend durch Wäler und über Almen trägt.
Nur ein gar übelmeinender Zeitgenosse kann diese hochmotivierte und sportliche Einstellung auf Schneemangel zurückführen...  Grinsend
Schon nach kurzer Zeit öffnete sich der Wald ein wenig und gab den ersten Blick auf das Ziel frei, auf dessen Gipfel das Wetterkogler Haus thront, das jedoch um diese Zeit geschlossen ist, ein weiteres Anzeichen, das für Einsamkeit sprach.
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Nach insgesamt nur einer guten Stunde war die Marienseer Schwaig (scheinbar niederösterreichisch für Alm) erreicht, an der aber zu unserer Verwunderung eine Art ein Heerlager des Skilanglaufweltverbandes abgehalten wurde.
Dutzende von Langlaufskiern mit ihren Besitzern bevölkerten die kleine Almhütte und die Bänke im Freien.
Ganz offensichtlich war uns ein höhergelegener Parkplatz entgangen, der diese Hütte zu einem Ziel auch schwächerer Langläufer machte.
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Kurzentschlossen setzten wir unseren Aufstieg Richtung Gipfel nun mit Schneeschuhen fort, nicht ohne uns über die zahleichen Spuren der Skitourengänger zu wundern...
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Erstaunlich schmale Tourenskier, kaum mehr als zwei Finger breit. Sollten etwa.... ? Nein, der Gedanke schien doch etwas abwegig, aber mit Annäherung an den Gipfel verdichteten sich die üblen Ahnungen zur Gewißheit. Auch diese Hütte, obwohl geschlossen war gut besucht. Von Langläufern, denen der recht lange und mühsame, aufgrund der geringen Steigung aber machbare Aufstieg zum Gipfel, eine willkommene Abwechslung vom Loipenalltag gewesen zu sein schien.
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In der Abfahrt recht oft Kontakt mit dem teils pulvrigen, teils windgepreßten Schnee machend wogte eine Welle bunt gekleideter Langläufer nach der anderen gegen den Gipfel und wieder zurück.
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Nach wie vor war das Wetter sehr gut, aber der starke Wind ließ bei ca. -6 Grad nur eine kurze Gipfelrast zu. Den Skikünstlern so weit wie möglich ausweichend machten wir uns an den Abstieg der auch mit einer sehr langen Pause in der Sonne nur 3 Stunden dauerte. Für den Aufstieg hatten wir weniger als 2 Stunden benötigt.
...
Fazit : Eine schöne, leichte, kurze Schneeschuhtour bei Superwetter, als Skitour nur geeignet wenn man einen der höheren Parkplätze verwendet, da sonst Skitragen durch den Wald angesagt ist.
Zudem braucht es etwas Frustrationstoleranz wegen großer Mengen an Skilangläufern die sich ebenfalls am Gipfel versuchen.
Aber in der Abfahrt einige elegante Bögen über die baumlosen, weiten, flachen Hänge an den natürlich eher verkrampft abfahrenden Gestalten vorbei, das könnte schon Spaß machen, selbst dem eingefleischten Schneeschuhyak.
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Croco
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Re: Hochwechsel
Antwort #1 - 27.01.2003 um 22:04:40
 
ach du liebe zeit...
hab ich net am samtag erst gelernt...ich darf nicht in die skispur treten...???
by the way...wie wäre ich da hinauf oder hinunter gekommen...???
lieber gruß...
vom ratlosen crocerl...
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Yak
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Um mani padme hum

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Re: Hochwechsel
Antwort #2 - 28.01.2003 um 09:35:40
 
Nicht in die Skispur treten ? Ach ja ich erinnere mich an das wehleidige Gejammere einiger "Skitourengänger" und die ewigen Diskussionen darum.
Hier handelte es sich ja um Langläufer, denen ists wohl wurscht, war ja keine gespurte Loipe, die sollte man natürlich nicht zertrampeln.
Bei der sogenannten "Tourenskispur" auf die gerade ältere Tourengänger ein Recht zuhaben glauben ist zuviel Rücksicht unangebracht. Mit Schneeschuhen wird man die Spur sowieso meiden, weil vernünftiges gehen in der Spur ja nicht möglich ist, in Engstellen, wo es nicht anders geht schere ich mich aber auch nicht drum.
Wer im Gebirge ne vorgespurte Loipe braucht sollte nicht mit Tourenskiern gehen, sondern lieber die Seilbahn nehmen...  8)
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