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Klettern in den Dolomiten: Mein schwerster Fünfer (Gelesen: 2262 mal)
Lamл[tm]
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Klettern in den Dolomiten: Mein schwerster Fünfer
16.12.2003 um 21:12:56
 
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Re: Klettern in den Dolomiten: Mein schwerster Fün
Antwort #1 - 16.12.2003 um 21:13:53
 
Montag: Mein schwerster Fünfer
Heute sind wir zu dritt. Michas Zehen schmerzen von den zu kleinen Kletterschuhen. Das hält uns nicht davon ab, die Dülferrisse (2 Stellen V+, mehrere anhaltende unangehnehme Passagen V und V-, Rest IV; 9 SL) an der S-Wand der Odla de Cisles (2780 m) an zu gehen. Entgegen der Empfehlung des KleFü nehmen wir den Originalweg. Denn er führt 3 Längen durch leichtes Gelände, bringt uns also schnell nach oben. Die Wettervorhersage ist nicht mehr so sicher wie die vorausgegangenen Tage und zu dritt dauert ohnehin alles länger. Außerdem: Keiner der KleFü- Autoren ist die Route je geklettert. Überraschungen sind also voraus zu sehen.
Die erste SL gehen wir - ohne es zu wissen - solo. Denn Jens glaubte nur, die Benutzung der "Magic Plate" verstanden zu haben. "Meine" erste Seillänge (die zweite der Route) ist sicherungstechnisch anspruchsvoll.
   
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http://community.webshots.com/photo/103047311/103052756aTZQaE
   

Die Wegführung orientiert sich an den Möglichkeiten, die Klemmgeräte unter zu bringen. Aber solo im unteren fünften Grad ist mein Ding nicht. Der darauf folgende Standplatz ist "beschissen wäre geprahlt", ein Rosti, mit einem Klemmstein gegen "Herauswackeln" gesichert. Während Kerstins Vorstieg der nächsten Länge binde ich mich sicherheitshalber aus.
   
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http://community.webshots.com/photo/103047311/103052820lvlbLo
http://community.webshots.com/photo/103047311/103053970xWWPRf
   
Die erste Schlüssellänge geht an mich: 10 Meter Bruchhaufen mit Sicherung an den Seiten, dann die (wunderschöne) Schlüsselstelle, und danach so viel Seilzug, dass ich Stand an zwei (10 Meter auseinander liegenden) Keilen mache. Dennoch ist das einer der wenigen wirklich bombigen Stände der Route. Kerstin steigt den (brüchigen) Rest der Länge und Jens versucht sich an dem folgenden Schulterriss (laut KleFü: Hangel). An dessen Ende ist ein (im KleFü nicht verzeichneter) Standplatz, der Stand laut KleFü ist etwas später, dafür schlechter und - hinter der Schlüsselstelle der Länge (die zweite der Tour). Danach sind wir im oberen Teil der SO- Kante.
Der Weiterweg gleicht jetzt dem des Freitags. Nur den Gipfel schenken wir uns jetzt. Am - uns bereits bekannten - Abstieg ist es nicht mehr ganz so furchtbar.
Am Abend ist noch nixxx davon zu merken, dass am nächsten Tag das schöne Wetter eine Pause einlegt.

Tipp 0: Wir hatten zwei Kletterführer von der Route. Die Skizzen waren so unterschiedlich, dass man annehmen müsste, es würden zwei unterschiedliche Routen beschrieben. In der  Natur sah das alles noch etwas anders aus. Ohne den Routenspürsinn von Jens hätten wir im unteren Teil vermutlich alt ausgesehen.
Tipp 1: Standplätze selbst suchen. Die vorhandenen sind großteils zum einen sicherungstechnisch weniger als dürftig, außerdem an seilzugmäßig sehr ungeeigneten Stellen. Nach der zweiten Länge kann man schon etwas früher an einem Köpfl Stand machen. Außerdem sollte man versuchen, die sechste Länge bis an den überhängenden Riss zu führen. Den Schulterriss nicht bis in die Gufel steigen, sondern den viel besseren Standplatz unter dem schwersten Teil benutzen. Danach die Gufel überklettern und gleich bis auf den Grat (könnte mit 50 Metern knapp werden.)
Tipp 2: Den Vorsteiger vom Rucksack befreien erspart wenigstens diesem, den Schulterriss außen zu klettern.
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