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It never rains in southern Sellrain (Gelesen: 2961 mal)
Yak
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Um mani padme hum

Beiträge: 1895
Nepal und Tibet
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It never rains in southern Sellrain
03.05.2004 um 08:06:02
 
Eigentlich war ein Wochenende im Ötztal geplant, aber Weichei wars zu weit bei den vorhergesagten Regenfluten. Ärgerlich 
Auch Yaks Hinweis dass die Wettervorhersage ne feine Sache, aber doch oft genug ziemlich daneben ist, konnte keine Änderung mehr bewirken. Hasei wiederum war völlig unentschlossen und wußte nicht ob er jetzt beim Maibaumaufstellen oder in Südtirol saufen sollte.
Da blieb Yak wie so oft nur eins : Begleitet nur vom blonden Powerbunny eine Tagestour anzugehen. Im Sellrain natürlich, denn obwohl es den Regen im Namen trägt ist es dort immer schön wie jeder weiß.
Abfahrt um 6 Uhr morgens, es regnet und zwar nicht wenig. Kurzer Blickwechsel, aber wir verstehen uns ohne Worte : Wir fahren, das wird jetzt durchgezogen, Sieg oder Tod ! Das Bunny hat halt echte Power und würde nie wegen ein paar Tropfen Wasser auf nen Gipfel verzichten. Also los, der Regen ist stark und verstärkt sich im Inntal weiter, aber das kann niemanden einschüchtern, das Wissen um dauerndes Schönwetter ist stärker als die Regentropfen !
Wie erwartet endet der Regen bei Innsbruck schlagartig, die Tuxer sind noch in der Suppe aber über dem Sellrain ist strahlender Sonnenschein, für viele einfach unvorstellbar, für Yak Gewohnheit. Eine kurze SMS an Pet, die in Hochfügen Saisonabschluß feiern will zur Not ins Kühtai auszuweichen und eine kurze Phase der Besinnnung bringen uns bereits ins Ötztal. Eigentlich war der Hochreichkopf auf der Liste, aber das Wetter scheint auch über dem Ötztal bis ganz hinter völlig perfekt zu sein, also warum nicht weiterfahren und dem Weichei beweisen dass er wieder der Totallooser ist !?

...
Die Lenzenalm in der Sonne



Durchs noch geschäftige Sölden durch bereits den Nederkogel im Blick. Ein sehr markanter aber wenig begangener Berg, vor allem um diese Jahreszeit. Die Abzweigung nach Vent rechts liegen lassend und Richtung Obergurgl steuernd ist der Parkplatz (1659m) um kurz nach 8 erreicht. Abmarsch um halb 9, das Powerbunny stürmt voran, schon nach 20 Minuten sind wir an der Lenzen Alm. Der Weg ist Schneefrei, aber noch ist wenig von frischem Grün auszumachen, die Natur scheint noch auf einen letzten Wintereinbruch zu warten, in der Höhe wohl nicht zu Unrecht. Auf 2000m erscheinen erste Schneeflecke, ohne Schneeschuhe geht schnell nichts mehr. Der Weg ist nicht mehr auszumachen, es geht nach Nase steil durch sulzige Schneerinnen aufwärts. Der Schnee ist in katastrophalem Zustand, es ist schon wieder viel zu lange trocken, es müßte mal gescheit reinregnen, damit der Schnee kompakter wird, so ist oft genug ein Durchbruch bis zum Bauch kaum zu vermeiden, es ist viel zu warm, diese Nacht hat es hier unten nicht gefroren.
Auf 2200m wird ein flacheres Stück erreicht, das Wetter ist ausgezeichnet, sonnig und warm, auf der gegenüberliegenden Talseite ist das Skigebiet Hochgurgl auszumachen, aber viel los ist dort nicht.

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Bestes Wetter wie aus dem Bilderbuch


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Spannender Weg, aber wir machen einen kleinen Umweg


Ein Wegweiser taucht auf, der Sommer weg Richtung Nederkogel ist trotzdem nicht zu finden, wir wühlen uns durch steile, matschige Schneefelder über Schrofengelände nach oben. Es ist mordsanstrengend, alles alleine zu spuren ist des Schneeschuhgängers Schicksal in der Einsamkeit des Mai.

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Weit unten liegt Sölden


Der Gipfel ist schon gut sichtbar, rückt aber nur sehr langsam näher, schließlich ist nach mehrstündigem Schneegewühle der Grat auf 2800m erreicht. Der Weiterweg über diesen Richtung Gipfel ist auf den nächsten Meter ziemlich ausgesetzt. Das wäre zwar machbar, aber das blonde Bunny ist manchmal etwas unvorsichtig in solchem Gelände, besser wir steigen auf der anderen Seite etwas ab und dann in eine weiter südlich liegende Scharte wieder auf, der Weiterweg auf dem dann breiten Grat ist unschwierig.

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Blick rüber ins Venter Tal


Der Schnee wird jetzt deutlich besser, dafür zeigt sich die Anstrengung der vergangenen Stunden und das Tempo wird trotz guten Schnees nicht mehr schneller, die Höhe fordert Tribut. Eine letzte Steilflanke wird überwunden, der Gipfel ist zum Greifen nah.

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Nur noch ein paar Meter


Endlich oben angekommen (3167m) ist die Aussicht gewaltig und das Wetter nach wie vor ausgezeichnet.

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Endlich oben, es hat sich gelohnt, das blonde Bunny ist zufrieden


Von Gewittern und Sintflut ist weit und breit nichts zu sehen, die Skifahrer beenden langsam einen sonnenbrandreichen Tag, es ist bereits 16:00 Uhr als wir uns an den Abstieg machen. Ein letzer Blick in die Runde zu Wildspitze auf der einen und der Hochwilden auf der anderen Seite.

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Es lohnt doch immer wieder alle Mühe, gerade wenn man durch Traumwetter belohnt wird


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Noch eine kurze Pause, dann gehts an den Abstieg



Es geht erst flott voran, aber bald ist wieder die Zone mit dem ätzend schlechten Schnee erreicht, speziell unterhalb von 2500m ist es keine Freude, immer wieder brechen wir tief ein, längst sind Hose und Schuhe völlig durchnäßt, gut dass die Sonne scheint. Trotzdem dauert der Abstieg nur zweieinhalb Stunden, ab der Lenzenalm ein gemütlicher Spaziergang.

Die Rückfahrt führt in Sölden am Saisonabschlußpartykonzert vorbei. Einen Schluck Cola und einen Blick auf die Feiernden gönnen wir uns, dann geht es heim. Hinter Innsbruck wird das Wetter schlecht, es beginnt zu regnen und das hat es in einigen Ecken wohl auch den ganzen Tag getan.
Gut wenn man weiß wo immer schönes Wetter ist, auch wenns keiner glaubt, vielleicht ganz gut so, können wir doch weiter in Einsamkeit unsere Spuren ziehen...

Fazit : Eine schöne, aber sehr anstrengende Schneeschuhtour. Als Wanderung im Sommer sehr empfehlenswert, aber kein Stützpunkt, wer den Berg angeht kommt um 1500 Höhenmeter nicht herum, aber der Weg ist direkt und relativ steil. Als Schneeschuhtour nix für Anfänger, bessere Schneebedingungen abwarten, es sollte mal bis oben regnen (fragt sich nur wie, wenns dort ja nie regnet !?) und wieder frieren. Als Skitour nicht mehr zu machen, Anfang April aber sicher OK für Frühaufsteher.


@All you softeggs : Got the message ? ???
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Wir können es auch nicht, aber wir versuchen es wenigstens !
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pet
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Pray for snow!

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Re: It never rains in southern Sellrain
Antwort #1 - 03.05.2004 um 10:10:13
 
tja, wenn engel reisen, oder wie war das nochmal?

in hochfügen war's auch allerfeinstens, oben kaum leut, sonnenschein bis auf einen kurzen schauer, aber den haben wir mit mittagspause überbrückt.
der schnee war noch überraschend gut, sogar ich leichtgewicht hab die ziehwege noch ohne abschnallen geschafft (und das mit dem snowboard)!

und den feiernden (seilrennen) konnte man auch gut aus dem weg gehen.

aber auch bei uns haben softeggs abgesagt, weil sie dem panoramafernsehen mehr getraut haben als unserem wetterglück Zwinkernd
jeder wie er's verdient!


p.s. auf dem weg richtung tegernsee ins bräustüberl hat's ab achensee geregnet, und zwar nicht zu wenig *ggg*

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Karratte
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THAT YOU NOT O'ERSTEP
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Re: It never rains in southern Sellrain
Antwort #2 - 03.05.2004 um 11:15:24
 
"@All you softeggs : Got the message ? ???"

Rather soft than scrambled!   Zunge

Cheers,
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" ... THAT YOU NOT O'ERSTEP THE MODESTY OF NATURE ..." (Shakespeare)
 
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hasei
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Der Weg ist das Ziel

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Re: It never rains in southern Sellrain
Antwort #3 - 05.05.2004 um 17:10:21
 
Tja und bei Kühtai war das Wetter auch sehr schön (ist ja auch im Sellrain).
Der große Vorteil: Man konnte halt direkt vom Parkplatz an die Ski anschnallen und auch wieder abfahren. Zudem gings ohne große Umwege ins Vinschgau weiter.
lg hasei
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Renntier Karsten
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Re: It never rains in southern Sellrain
Antwort #4 - 14.05.2004 um 10:12:17
 
... da das Yak das Wortspiel mit schon mal angefangen hat mit "Sellrain hat den Regen im Namen", muß man das halt einfach mit der anderen Hälfte des Namens weiterspinnen: Sell Rain - verkauft's den Regen einfach. Oder: verkauft den Leuten die Wetterberichts-Nachricht vom Regen, dann habt' Ihr die schönsten Gegenden für Euch allein Zwinkernd
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"Wer Meinungen äußert muss auch bereit sein, Diskussionen auszuhalten - und vielleicht sogar seine Ansicht zu ändern" (John Stuart Mill)
 
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