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Heilpflanzen (Gelesen: 14199 mal)
strauchdieb
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Heilpflanzen
10.07.2006 um 11:35:04
 
Grüß Gott,

aus Alpenpflanzen lässt sich nicht nur Hochprozentiges gewinnen. In vielen steckt noch viel mehr drin.

Ich fange heute mal mit der Arnika an, sicher ein Klassiker in der Kräuterapotheke, der den Namen Bergwohlverleih aus gutem Grund trägt. Da ich selbst mit einer unverwüstlichen Gesundheit geschlagen bin, kann ich über die beste Sammelzeit, Zubereitung und  Verwendung nicht viel sagen - da gibt es hier ja vielleicht 'Berufenere'. Außerdem ist das Teil nicht mehr allzu häufig, und wenn, dann nur selten in solch großen Beständen anzutreffen, dass das Sammeln der Blüten angezeigt wäre - so die Pflanze nicht ohnehin unter Naturschutz steht. In Natur- und Pflanzenschutzgebieten, natürlich auch im Nationalpark verbietet sich das Sammeln sowieso.

Meine Mutter hat die getrockneten Blüten in hochprozentigem Alkohol eingelegt und Arnikatinktur gewonnen, die für alles Mögliche gut war.


Hier das Bild der Blüte:


...

Herzliche Grüße,

Strauchdieb


- Bild auf dieser Seite -

Arnica montana - Arnika, Bergwohlverleih
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wer den Kopf in den Sand steckt ...&&... knirscht nachher mit den Zähnen
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baru
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Re: Heilpflanzen
Antwort #1 - 05.12.2006 um 19:39:15
 
Grüß euch!

Im Rahmen einer "Kräuterwanderung" im NP Hohe Tauern hat uns die Nationalparkwartin zum Arnikasammeln Folgendes erklärt:
Man  soll nur die äußeren Zungenblüten sammeln, die lassen sich ganz leicht abzupfen (von oben mit allen Fingern umfassen), so bleiben die samentragenden inneren Blüten erhalten und die Arterhaltung ist gesichert.

Außerdem sind im inneren Teil des Körbchens oft kleine schwarze Käfer, die Giftstoffe absondern.

Die Blüten braucht man nicht zu trocken, sie können sofort in Alkohol oder Öl angesetzt werden.

Grüße aus den Tauern!
baru
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Re: Heilpflanzen
Antwort #2 - 14.09.2007 um 22:01:14
 
und noch was heilsames:

das dickblattgewächs gehört zur sempervivum-familie, darüber blüht euphrasia, vulgo augentrost:

...

(unterrothorn, wallis)

für gereizte augen und bindehautentzündung gibt es nichs besseres!
in den apotheken wird von einem einschlägigen naturheilmittelhersteller eine euphrasia-tinktur verkauft, die nach meiner erfahrung (und ich bin sonst eher schulmedizinisch drauf) besser lindert als alle teuer beworbenen gele.
wächst z.b. im chiemgau sozusagen überall.
man kann sie auch aufgießen, abkühlen lassen und darin getränkte kompressen aufs auge legen.

servus
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strauchdieb
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Re: Heilpflanzen
Antwort #3 - 26.09.2007 um 11:23:54
 
Hallo G,

hab in meinem Archiv nirgends ein Bild mit erkennbarem Laub auftreiben können. Die Proportionen stimmen zum Fotografieren irgendwie immer nicht (zu langer Stiel).

Als Ersatz dazu hier ein Bild von einer blühenden Arnikawiese im Allgäu und gleichzeitig als Werbung für die geplanten botanischen Wanderungen im nächsten Jahr, von denen eine eben dorthin führen wird.

Gruß, Strauchdieb
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DAV-Wanderleiterin

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Re: Heilpflanzen
Antwort #4 - 26.09.2007 um 14:11:19
 
gegoogelt hatte ich natürlich auch und mich von einem der zweifelhaften prompt irreführen lassen...

ne ganze arnikawiese, unglaublich.
hätte nicht gedacht, dass es sowas noch gibt.

servus
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strauchdieb
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Re: Heilpflanzen
Antwort #5 - 24.05.2009 um 18:29:14
 
Derzeit blühen im Graswangtal große Bestände des Bitter- oder Fieberklees. Wer von Oberammergau oder von Ettal kommend ins Tal einbiegt kann die Pflanzen schnell entdecken. Obwohl ansonsten im Bestand gefährdet, bildet diese Sumpfpflanze großflächige Blütenwiesen.

Hier ein Blütenstand ....

...

... und eine Einzelblüte:

...

Wenngleich eine fiebersenkende Wirkung (wie der Name vermuten lässt) nicht nachweisbar ist, wirken die in den derben und an sehr große Kleeblätter erinnernden Laubblätter enthaltenen Bitterstoffe (Secoiridoidglykoside) ähnlich wie Enzianwurzeln oder das Tausendgüldenkraut.

Geerntet wird das Laub während der Blüte. Verwendet wird es getrocktet und als Tee aufgegossen: 1/2 bis 1 Teelöffel auf 150 ml Wasser, ca. 5 Minuten ziehen lassen.

So soll es die Magensaft- und Speichelbildung förden, wirkt also gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden.

Achtung: Keine Verwendung während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei akuten Beschwerden und Krankheiten im Magen-Darm-Bereich.

Gruß, Strauchdieb
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« Zuletzt geändert: 25.05.2009 um 20:29:01 von strauchdieb »  

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strauchdieb
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Re: Heilpflanzen
Antwort #6 - 21.08.2009 um 12:03:26
 
Hallo,

beim Abstieg vom Großvenediger ist mir die Echte Edelraute vor die Linse geraten (= Artemisia umbelliformis).

In Deutschland soll es die letzten Bestände diese sehr gesuchten und deshalb höchst gefährdeten Pflanze nur noch im Allgäu an den Steilhängen der Höfats geben.

Besonders auffallend ist das silber glänzende, weiche Laub.

...

Die Blüte dagegen ist eher unscheinbar. Den Namen trägt die Gattung nach der Geburtsgöttin Artemis.

Zur Gattung zählen u.a. der Beifuß (A. vulgaris) und der Wermut (A. absinthium). Die Edelraute selbst soll gegen Blitzschlag helfen - weshalb sie im Lechtal zusammen mit der Dach-Hauswurz auf Dächer gepflanzt wird. Anderenorts finden getrocknete Kränze der Pflanze zur Wundheilung Verwendung. Auch als schweißtreibendes Mittel soll sie eingesetzt werden - wobei die Frage ist, ob nicht das Suchen danach schweißtreibend genug ist. Wie viele ihrer Verwandten duftet sie aromatisch.

Gruß, Strauchdieb

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Re: Heilpflanzen
Antwort #7 - 05.03.2010 um 15:21:20
 
Leider hab ich schon lang nicht mehr in dieses Forum gschaut.
strauchdieb schrieb am 26.09.2007 um 11:23:54:
Die Proportionen stimmen zum Fotografieren irgendwie immer nicht (zu langer Stiel).
Gruß, Strauchdieb

Dafür hab ich jetzt ein Arnikabild - mit dem langen Stiel Smiley

Grüße aus dem Pinzgau!
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Franze
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Here comes the SAN

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Re: Heilpflanzen
Antwort #8 - 08.08.2011 um 20:42:31
 
Einfach wunderschöne Pflanzen, wenn man das sieht dann schätzt man doch wieder wo und wie wir leben, oder?

LG
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Re: Heilpflanzen
Antwort #9 - 17.08.2011 um 22:45:47
 
Tolles Foto - aber hat Arnika nicht andere Blätter? Ich hätte das für ein Ochsenauge gehalten... aber sicher weiß ich es auch nicht.

Servus
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Re: Heilpflanzen
Antwort #10 - 18.08.2011 um 14:34:09
 
strauchdieb schrieb am 21.08.2009 um 12:03:26:
beim Abstieg vom Großvenediger ist mir die Echte Edelraute vor die Linse geraten (= Artemisia umbelliformis).

Die Blüte dagegen ist eher unscheinbar. Den Namen trägt die Gattung nach der Geburtsgöttin Artemis.

Zur Gattung zählen u.a. der Beifuß (A. vulgaris) und der Wermut (A. absinthium). Die Edelraute selbst soll gegen Blitzschlag helfen - weshalb sie im Lechtal zusammen mit der Dach-Hauswurz auf Dächer gepflanzt wird. Anderenorts finden getrocknete Kränze der Pflanze zur Wundheilung Verwendung. Auch als schweißtreibendes Mittel soll sie eingesetzt werden - wobei die Frage ist, ob nicht das Suchen danach schweißtreibend genug ist. Wie viele ihrer Verwandten duftet sie aromatisch.

Das mit der Geburtsgöttin ist seltsam.
Frühzeitig angewandt, kann Edelraute eine Schwangerschaft beenden, d.h. die Geburt verhindern. (Und zwar bevor sie das Leben der Schwangeren beendet)
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