Dauphine (F) und Valpelline (I)
Ende Juli & Anfang August 2010
Alle Jahre wieder ... doch diesmal in den Südwesten! Dauphine (F).
Aufgeschlagen in Ailefroide (1500 m; sehr preisgünstiges Groß-Camping;
Toil-paper mitzubringen) und anfangs a bisserl Sportklettern (viele Bohrhaken
In 3-5 m-Abständen; wer´s mag). Gemeinsam mit Alex, Roxanna und Martin.
Eingehtour zum Mont Pelvoux. Die entsprechende Hütte auf 2513 m (1000 mH).
Unten vor allem durch Lärchenwald ohne wirklich alte Bäume, trotz Nationalpark.
Der Weg zieht sich, dann steil rauf.

Refuge de Pelvoux (2700 m) am 30.07.2010. – Zum Gipfel ... 1243 mH.

Couloir Coolidge (400 mH) mit noch viel Firn (mittags; Abstieg). Sonne ab 12 Uhr.

Das Couloir vielfach 35°, oben auch 45-50° mit noch viel Firn (31.07.2010).
Zwei Stellen mit Eis, so 10 m. Ließ sich im Firn noch fast ganz umgehen.
Man könnte auch Eisschrauben setzen.
Wer am Seil geht: Sichern, da Mitreißgefahr. Ansonsten seilfrei.

Couloir Coolidge. Helm! Drei über uns warfen Steine; am Felsrand überfordert.

Couloir Coolidge. Tiefblick.

Nur noch ein Stückle. Blick vom Gipfel des Mont Pelvoux (3943 m) nach Osten.

Chapeau! Steigerungen sind möglich: Der oben grüßte freundlich.
Links am Rand: Mont Blanc.

Gipfelblick vom Mont Pelvoux, 3943 m gen Nordost. 31.07.2010.
Links Knatterhorn, mittig das Breithorn-Plateau (Monte Rosa), so 150 km entfernt.
Das Mittelmeer ist in Richtung „scharf rechts“ gleichweit entfernt nur zu ahnen.

Nordseite des Barre des Ecrins (4101 m). Schroff und unweiß. Das nächste Ziel.
Doch zuerst: 2443 mH ins Tal ... ohne Gleitschirm.

Schietwetter. 02.08.2010. 16:51 Uhr, es klart auf. *tropf*
Das Refuge des Ecrins-Hütte (3175 m) kommt noch ... wird es doch?! – (1300 mH).

In der früh schaut´s schon nett aus. 03.08.2010, 5:47 Uhr. – 1000 mH stehen an.

Rauf geht’s, und bitte nicht stehen bleiben: Das Eis rechts will runter – irgendwann.


Dauphine: Eher wilder und ... weite Wege.

An eben jenem Schrund nun also eine Leiter mit 2 Seilen & Knoten.
Oben fixiert an 2 Holz-Ankern. Alle sichern irgendwie, aber anders.
Mit Eisgerät geht´s leichter. Weiter rechts wird es wohl auch gegangen sein.

Darüber mit Blick gen Ost.

Der Fels naht. Geschätzte Dauer zum Gipfel? – Länger!!

All das bleibt unter uns.

Weiter! Nur die Steigeisen leiden.

Nur noch ein „kleines“ Stück *gg*.

Barre des Ecrins (4101 m); Gipfel.
Das erfreulich einzige Kreuz, schlicht, klein & Holz.
Vor was haben die im Osten Angst? Die Dauphine ist deutlich wilder!

Über uns: Der Himmel. – Unter uns: Wolken. – Rundum ist die Welt ... weg.

Abstieg. Teils mixed.
Ohne Eisen wär´s hier & da schneller gegangen.

Abseilstelle zur Breche Lory (Scharte).
Wir nutzten einen Stand aus 3 Schlaghaken und zwei Reepschnüren, in dem
ein Stahlring schon hing. Ging so 15 m hinab; von oben sieht´s nach mehr aus.
Rechts mindestens weitere 3 Schlingen-Stände. Rauf gings links außen.

Blick vom Dom de Neige (4015 m) – dem Hauptziel fast aller anderen – auf den
Gipfelgrat des Barre des Ecrins (4101 m). Mittig unten die Breche Lory (Scharte).
Auch am Nachmittag ist der Neuschnee noch markant.

Abstieg. Wärmer wird’s.

Glacier Blanc, so 3050 m. Der Rückweg zieht sich ... bloß nicht an den Talabstieg
denken, der Parkplatz Pre Madame Carl (1874 m) ist tief unten.
Spät am Tag kamen noch reichlich Berg´ler frisch hinauf, der Hüttenwirt wird
schwitzen. An drei Stellen standen Zelte auf dem Eis.

Refuge des Ecrins, 3175 m - gut 100 m über dem Glacier Blanc.
Wir hatten mit nur so 35 Gästen Glück, tags drauf rappelvoll. *rrrrr*
Vom Gipfel (4101 m) bis ins Tal (1874 m) sind es volle 2227 mH gen Erdmitte.
ORTSWECHSEL
ins Valpelline (Italia, Valle di Aosta) mit Martin.
Hinzu kamen Nico & Jet (NL), zufällig.
Oberhalb von Lac di Place Moulin und Hotel Prarayer (2020 m): Uralt & einzigartig:


Mindestens 500 Jahre – wer alles ging an dieser Lärche schon vorbei?
Mitunter scheinen „Warmzeiten“ und Gletschervorstöße kaum relevant.
Der Baum stand´s aus, spannend für die Klima-Forschung.
Sehr unschön: Ganz spezielle Deppen hatten daran gezündelt.

Hüttenaufstieg zum Rif. Aosta am 05.08.2010 (830 mH). – Und das Wetter?
Überraschung: Abends 0° frisch, teils „waagerechter“ Neuschnee, Wind 6-7 Bft.

Dent d Herens (4171 m): Topo der Südansicht. Alles klar? (Hütten-Aushang).
Die Steinschlag-gefährdete Südflanke ist „brisant“. Schon „Kühlschrank-große“
Steine kamen herunter. Darin sollen 7 Abseilstände sein, Distanz á ca. 30 m.
Geht’s da schnell, ist man weniger lang, aber jenen Brocken eben doch ausgesetzt.

Nachts Schneefall bis mind. 5 Uhr. 06.08.2010 - 7:30 Uhr. Je nach Lage 5-20 cm.
Darunter „alter Regen“ auf Fels bzw. nun Eis. Dent d Herens ... nur noch eine Idee.

06.08.2010 - 10:43 Uhr. Was soll´s: Aufi! Wind? Im Tal nur ... manchmal.

Schnee+Eis auf Fels. Stete Aufmerksamkeit ist sinnvoll.

Blick vom Col de la Division (3314) zur Tete de Valpelline (3802 m; hinten verdeckt).
11:54 Uhr. Warum dafür nur im dunklen frühstücken? Geht doch; nur 1021 mH.

Ganz oben erst, da „explodiert“ die Aussicht auf nur sehr wenigen Schritten!

Noch ein paar Meter, und wir stehen auf der Grenze CH-I. Niemand spricht
von Schengen. Selbst die Hühneraugen fokussieren winterlich nach links:

Rechts am Rand die Dent d Herens (4171 m).
Zermatt ist nicht sichtbar, die Schönbielhütte weit entfernt nur mit Fernglas.

Knatterhorn, 4476 m – „andersrum“. Auch da oben ist es mal warm – heute nicht.

Dent d Herens (4171 m), 14:51 Uhr. Blick gen Ost. – Nur angeschaut.
Der Westgrat liegt rechts des dominanten Firnfelds. Der Blick ist ergo eine
Aufsicht – vermeintliche 90° sind eher 45°. Wer lässt sich abschrecken?
2 Tage Sonne, und dann ... ?
Angenehmster Vorteil dieser Uhrzeit jenes Tages in 3802 m Höhe:
Der Wind war eingeschlafen – Genießertour!
Talwärts war das Felseis dann auch schon ... gegessen, äh, weggetaut.

Am 07.08.2010 morgens um 9 Uhr noch immer 0 Grad, das Wasser am
Hütten-Brunnen war gefroren. Die kommende Nacht war aber ausgebucht.
Also abwärts.

500 ans – time to beat!?