SAN Maydayparty 2009

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Bericht: MAYDAY 2009
Alle Jahre wieder: Mayday
Manchmal geht es auch schneller und es gibt den Bericht noch im gleichen Monat.

Yak und Lisanne hatten wieder zum Fr?hjahrsereignis geladen um, ?ber den ersten Mai wie die letzen Jahre einen Viertausender ” wegzub?geln”, und diesmal sollte es noch weiter weg gehen. Nicht wie bisher ins Wallis, nein der Gran Paradiso wurde als Ziel auserkoren. Das versprach wieder einen w?rdigen Abschluss der Skitouren- und Schneeschuhsaison ? denn zum ersten mal durften heuer auch Schneeschuhg?nger mit.

Selbstverst?ndlich w?nscht man sich eine ausreichende Schneeauflage, m?glichst mit etwas Neuschnee ?berzuckert, damit alles im Sonnenschein ganz unber?hrt und strahlend wei? aussieht. Nat?rlich haben wir heimlich ein paar Schneet?nze aufgef?hrt, um Petrus den richtigen Hinweis zu geben. M?glicherweise haben wir dabei ein bisschen ?bertrieben ?

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? ER hat auf jeden Fall ?bertrieben ? mehr als ein halber Meter Neuschnee, das h?tte es nicht gebraucht, und Lawinenwarnstufe 4 waren uns dann doch zu viel. Erst haben wir (Dohle & Hawkeye) verschoben, dann endg?ltig f?r uns abgesagt.

W?hrend wir zum Trost ?ber Krokuswiesen auf den Heuberg ?ber Yakhausen stiegen und beim Abstieg ganze B?rlauchfelder abernteten, hatte Lisanne schon fix einen Ersatzvorschlag erdacht und auf der Jenatschh?tte freie Pl?tze abgefragt ? in k?rzester Zeit war Mayday umorganisiert   tongue wink

Wir, Dohle & Hawkeye kommen als Vorhut schon am Donnerstag Nachmittag auf dem Parkplatz bei La Veduta an. Es ist sonnig und warm und hat - auch hier - jede Menge Neuschnee. Die Temperatur im s?dseitigen Val d’ Agnel ist eher sommerlich und der Schnee entsprechend weich. Prima Voraussetzungen, zumal ich in der Gewichtsliste inzwischen wohl Yak ?berholt habe.

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Die Spur gibt immer wieder nach und so zieht sich der meist flache Weg ganz sch?n hin.

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Die abziehende Restbew?lkung h?llt uns bald ein und die Sicht wird weniger ? aber von oben kommt die Sonne durch und heizt uns ordentlich ein.

Auf der anderen Seite der Fuorcola d’Agnel aber wird es endlich frei und wir fahren bzw. steigen in feinem Pulver ab zur Jenatschh?tte. Die letzte Hangquerung vor der H?tte sollte man laut Karte und F?hrer nur bei guten Verh?ltnissen machen. Einige Lawinenbahnen sprechen eine deutliche Sprache, so dass wir uns in Anbetracht der Temperatur f?r die sichere Variante entscheiden, was noch einen letzten Gegenanstieg bringt. Auf der gem?tlichen H?tte werden wir von Wirt Heini herzlich als “Vorhut von Lisanne” begr??t und bekommen noch das Abendessen nachserviert.

F?r Freitag ist Traumwetter angesagt. Wof?r soll man sich entscheiden? Wenn erst mal die Wilden der Sektion hier waren und alles “niedergeb?gelt” haben, steht wom?glich kein Berg mehr ?  hmmm ; Von Wirt Heini bestens beraten entscheiden wir uns f?r die Rundtour ?ber die Tschima da Flix. Rauf ?ber einen breiten, oft abgeblasenen R?cken (da versinkt man mit den Schneeschuhen nicht gar so tief) und runter hat’s f?r den Skifahrer noch Pulver ? da hat doch jeder was von der Tour.  cool smile

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In der morgendlichen K?hle kann man den Hang rechts noch bedenkenlos queren ?

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? und schon bald geht es sanft ansteigend durch den Sonnenschein zur Fuorcola da Flix.

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Blick zur?ck zur H?tte

An der Fuorcola wenden wir uns erst mal links, weil wir noch “schnell” auf den Piz d’Agnel wollen. Auf halber H?he allerdings h?ren die Spuren auf ? und es ist gut einzusehen warum: Die ordentliche Neuschneeauflage in dem ziemlich steilen Hang ist auch uns nicht geheuer.

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Vier Schweizer kommen nach, spuren rasch an uns vorbei ? und bleiben wenige Meter sp?ter auch stehen ... Was soll’s es gibt ja noch einen Gipfel heute.

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Jetzt wird die Tour zur reinen Traumtour ... mit jedem Schritt weiter nach oben breitet sich die Aussicht ..

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... auf Bernina, Bergell und Engadin weiter vor uns aus.

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Auf dem Gipfelchen sitzen wir lange im Sonnenschein und kommen vielen Bitten nach, Gipfelfotos von Gruppen oder Paaren zu machen. Nein, allein ist man da nicht .

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Bergell

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Runter zu l?sst Hawkeye in B?gen den Pulver stauben cool smile cool smile

Auf der Terrasse der H?tte sitzen wir in der Sonne und beobachten die flei?igeren Tourengeher und Gipfelsammler, die nach und nach eintrudeln - mit viel Sonnencreme und Getr?nk l?sst es sich aushalten.

Gegen Abend fragt der Wirt immer h?ufiger nach der Truppe ? ob sie es wohl noch rechtzeitig zum Hauptgang schaffen werden?

Die Armen w?hlen sich wie wir am Vortag durch den weichen Schnee. Bis sie allerdings an der Querung ankommen, ist die Sonne weg, es wird frisch und es zieht an. Die Hangquerung macht wohl keine Freude, denn die Spur ist zwischenzeitlich von vielen Skifahrern schon plattgeb?gelt und jetzt steifgefroren. So manchen sehen wir st?rzen, aber keiner f?llt den steilen Hang hinunter, alle rappeln sich wieder auf und kommen wohlbehalten an. Suppe, Gulasch und Kartoffelstock tr?sten schnell ?ber erlittenes Ungemach.

Die Volksz?hlung am Tisch ergibt: Ab jetzt ist es eine Damentour im Sektionsstil. wink
Nein, nicht dass deswegen die Auswahl der Ziele eingeschr?nkt wurde, unsere Damen waren mal wieder klar in der ?berzahl.

Nach Kartenstudium und Lesen meiner F?hrerkopien suchen sich Obadoba, Ralle und Kr?mel die Flix-Runde aus (nat?rlich mit “kleinen Erweiterungen”) und auch f?r die anderen bietet sich dies als einfache und sch?ne Tour an. Es scheint, als w?rden wir beide zu zweit aufbrechen in Richtung Vadret Calderas. Aber wegen des immer noch tr?ben Wetters wird umdisponiert: Die Drei starten wie geplant ? der gesamt Rest der Karawane zieht auf k?rzestem Wege Richtung Flix/Calderas.

Eigentlich ist das Wetter gar nicht schlecht ? zwischendurch rei?t es immer wieder auf ? und wir hoffen, dass die “Restbew?lkung” bald abzieht.

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Genau das tut sie aber doch nicht ? der Wind wird st?rker und eisig und der Nebel dichter, so dass wir nach der H?lfte erst mal Kriegsrat halten, w?hrend sich die Vorhut bestehend aus Mali, Yak, Claudine und Kerstin zielstrebig und flott dem Gipfel der Flix n?hert.

Dohle mag bei dem Wetter gar nicht weiter, ich will nat?rlich nicht auf den gleichen Berg wie gestern, das w?re ja langweilig ? da tut sich eine Wolkenl?cke auf und so gehen wir doch zum Piz Calderas weiter.

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Der Calderas fast frei, nur die Spitze ist verh?llt.

Doch bald schon schlie?t sich die blaue L?cke. Wir stehen in konturlosem Wei? rat- (und lust-)los in einem nicht gerade flachen Hang, der eine tolle Abfahrt in Drecksschnee erwarten lie?. Die Spur unserer Vorg?nger ist schon wieder zugeweht. Laut H?henmesser sind es keine hundert Meter mehr, aber es reicht. Wir lassen es f?r heute und drehen um.

Als wir fast den Sattel zwischen den Bergen erreicht haben, gibt?s Gegenverkehr. Obadoba, Ralle und Kr?mel im Anflug auf ihren zweiten (oder dritten?) Gipfel des Tages hoffen auf eine minimale Wetterbesserung (und wenn nicht, ist es wohl auch wurscht wink). Immerhin lichtet sich der Nebel so weit, dass sie den Gipfel finden.

Entsprechend kehren wir nacheinander wieder zur H?tte zur?ck ? als letzte Obadoba und Ralle, die ja die weiteste Tour mit zwei 3000ern gemacht hatten. Auf die Frage, wo denn das Kr?mel abgeblieben sei, kommt die schmunzelnde Antwort, dass Kr?mel noch ein bisschen spazieren geht Richtung Piz Jenatsch. Nicht ausgelastet ?

Am Sonntag Morgen ist der Himmel blank geputzt ? keine Wolke zu sehen. Wir sitzen trotzdem lange beim gem?tlichen Fr?hst?ck: Vorrats-Reste vernichten vor der H?ttenschlie?ung (Pause bis zum Sommerbetrieb). Das ist eine ernstzunehmende Aufgabe, der man sich mit der gebotenen Hingabe widmen muss.

Nat?rlich sind die anderen Truppen schon l?ngst in alle Winde verstreut und rennen ehrgeizig H?nge hoch, w?hrend wir im morgendlichen Sonnenschein das Ger?t an die F??e tun. Obadoba, Ralle und Kr?mel verlassen uns jetzt ? sie d?rfen noch bleiben und nehmen den Piz d’Err in Angriff (Falls Obadoba nach der R?ckkehr aus Ecuador die Zeit findet, gibt es noch einen Extra-Bericht).

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Jenatschh?tte

Wir anderen haben alle das gleiche Ziel: ?ber den Surgonda zum Parkplatz. Den Weg Richtung Fuorca d’Agnel kennen wir ja alle schon vom H?ttenzustieg ? jetzt ganz gem?tlich und in Ruhe.

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Bald zweigt links eine sch?ne Spur Richtung Surgonda ab.

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Kleine Rast vor dem “Gipfelsturm”,

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links lockt der Piz Traunter-Ovas.

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Letzte Meter zum Gipfel

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Vom Surgonda Bilderbuchaussicht in alle Himmelsrichtungen.

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So viel zu tun und nur so weniges davon haben wir schon “erledigt” ? da kann man ja ganz tr?bsinnig werden wink.

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Bilder: Gisela

Nach ausgedehnter Gipfelrast gibt es f?r die Skifahrer eine wunderbare Abfahrt bis direkt zum Auto ?

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Die Schneeschuhg?nger m?ssen noch ein bisschen arbeiten und kommen dementsprechend sp?ter an. Nur Yak und Claudine bleiben zur?ck ? sie sind wohl noch/schon in Urlaubslaune, da sie nicht zur?ck nach Norden, sondern weiter Richtung S?den fahren werden.


Text und Bilder - so weit nicht anders vermerkt- Dohle & Hawkeye

hawkeye, 24.05.2009 16:20