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Sägeberg I: Neue Erfahrung (Gelesen: 3371 mal)
Lamл[tm]
Held der Berge
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Sägeberg I: Neue Erfahrung
22.02.2007 um 21:52:01
 
Am letzten Oktobersamstag bin ich nach Barcelona geflogen, wo mein Freund Dennis zwecks Diplomarbeit weilt.
Trotz der Existenz einer Klettergruppe war es ihm bislang nicht gelungen, Partner für mehrtägige Kletterfahrten zu finden. Seine Ausfahrten führten ihn daher immer nur zum Sportklettern an den südlichen Vorbau des Montserrat oder zu einer Wand in der Nähe des Flughafens.

Aber für was gibt es denn Flieger, mit denen man für 71 Oiro in knapp 2 Stunden von Frankfurt nach Barcelona kommt, sowie Kletterpartner, die nur darauf warten, von einem einiger Maßen Orts(sprach)kundigen mal in die örtlichen Berge gebracht zu werden?

Bei Nieselregen und etwa 20 Grad (am Vorabend hatte ich noch im gewohnten Autfitt gegrillt) verlasse ich Frankfurt, um bei Temperaturen, die bei uns noch vor 10 Jahren als hochsommerlich galten, in BCN aufzuschlagen. Die Beschreibung, wie ich in die Innenstadt komme, habe ich per SMS, und dort liest mich Dennis auf. Der erste Eindruck von BCN ist eher hässlich, durch endlose, mit 40 Grad warmer Luft gefüllte Schläuche geht es zu einem unterirdischen Endbahnhof, 15 Minuten später in einer ländlichen Gegend wieder heraus aus dem Zug und zu seinem ziemlich fertigen, etwa 30 m² kleinen Gartenhäuschen, für das er und sein "Raumteiler" Monat für Monat 600 Oiro auf den Tisch legen muss.
Sonntag nach einem gemütlichen Frühstück geht es los:  Am Weg zum Bahnhof sehen wir den Montserrat zum ersten Mal aus dem Smog der nördlichen Vororte BCN's herausragen. Er sieht nah aus, der Weg führt jedoch über die Innenstadt, alles in allen 1 Stunde Umweg; ein Auto konnte Dennis nicht besorgen.

Mit der S-Bahn bis Monistrol Aeri, mit Seilbahn hoch zum Kloster Montserrat und zu Fuß weiter zur etwa 200 Meter höheren Hütte.

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World scale operating System - world scale problems

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Man glaubt es nicht - mitten in Barcelona

Ganz und gar unwirklich sehen die Berge aus. Wir latschen, ohne es wirklich zu merken, an der Hütte vorbei, bekommen dann aber gleich einen guten Tipp zum Klettern. Denn für das Gebiet rund um die Hütte ist der KleFü längst ausverkauft. Man schickt uns durch die Büsche zu einer größeren Kapelle - wieder keine Hütte in Sicht. Doch aus der Apsis ertönt alles andere als Sakralmusik - die Hütte und die Kapelle sind ein und dasselbe.

Einen Kocher haben wir zum Glück dabei, Essen für 3 Tage auch, es ist trotz ziemlich genau 1000 Meter Seehöhe heiß. Der Wirt, ein ca. 25-jähriger Extremkletterer mit übel großen Tattoos Traurig auf seinen beiden durchtrainierten Oberarmen weist uns ein, geschlafen wird auf Matratzen, ein auf 2 Leisten ruhendes Brett ersetzt den Lattenrost und eine Decke habe ich zufällig selbst mit.

Alles, was wir nicht zum Klettern brauchen, bleibt auf der Hütte, wir gehen dieses Mal einen schnelleren Weg zurück zum Einstieg des Panxa del Bisbe, 10 Minuten brauchen wir, in der anderen Richtung waren es 50. Die zwei netten Ratgeber sind noch in Sicht, also nix wie hinterher, in SL 3 verliere ich sie dann noch, eine endlose ungesicherte Querung führt uns zur Abseilstelle. 30 Meter tiefer geht es wieder durch die Büsche zurück zum Einstieg. Von dort noch eine kleine Wanderung in das nächste Teilgebiet, Aussicht nach Süden, eine 20- Meter- Route gezogen. Wieder mal SAN-typisch: Als die rote Abendsonne sandte ihren letzten Schein, zog ein glücklicher Lampi in die Hütte ein.


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Der erste Blick auf Montserrat
     
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bewährte Technik - made in Leipzsch 1930 (!) - und top in Schuss (!!!)

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Der erste Blick in die Felsen

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Darunter Dschungel

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Bei so spärlicher Behakung ärgert man sich über eine derartige Verschwendung...

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Die die Nordwände tragende Kette von hinten

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Rif. Sant Benet - by climbers for climbers Zwinkernd

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Liebe Grüße von Lamл[tm]-Nur echt mit dem Pi und cw-Wert > 0,3
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