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langweiliges Bergwanden (CH: BE+VS) (Gelesen: 5290 mal)
Vogelfreund
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langweiliges Bergwanden (CH: BE+VS)
30.10.2011 um 15:07:40
 
Langweiliges Bergwandern (I)
Wallis/Berner Oberland, 27.09.-05.10.2011


Bergwandern ist langweilig. Das weiß doch jedes Kind. Mensch geht auf mehr oder weniger geraden und holprigen Pfaden erst rauf und dann wieder runter. Mit lärmenden Stöcken. Oder verkürzt all das mittels Kabelgondel. Und alles mögliche wird mitgeschleppt, das meist eh nicht gebraucht wird. Gerade im Herbst ist das besonders einfältig, denn nirgends singen Vögel. Es ist einfach nur leise, so wie in Rachel Carsons „Stummer Frühling“; kommen nicht gerade rudelweise andere entgegen, deren Geschrei leicht Hunderte Meter trägt und deren Waschmittelgestank anwidert. Und kommt man später zur Ruh, vorzugsweise auf einer abgelegenen Hütte, liegen alle eng nebeneinander und machen rund um die Uhr genau den Krach, der vorher nicht da war; heimelig. So was in der Art tat ich gerade. Langweiliges Bergwandern eben. Auch das Wetter war richtig ... langweilig, nur blauer Himmel, kein Wind und tags immer warm.

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Stechelberg (919 m), selbstredend wird der schwierige Weg intensivst erklärt.

Die üblichen SAC-Hütten waren bereits geschlossen. Früher kam ich halt nicht los. Da war noch der Bänderriss, dann gab es am ersten Schweizer Hügel eine kolossale Zylinderpanne am vorgeblich zuverlässigen Subaru. Schließlich warf mich das dämliche Mountainbike vornüber ab. Alles gemein und verzögernd.

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Die Mutthornhütte läge in der Bildmitte etwas links (verdeckt). Nichts für Wanderer.

Auch doof, Ende September ist’s gegen Acht dunkel. Wie passend, die Schmadrihütte (2262 m; Selbstversorger) war vollst belegt, ein Rudel Kinder lärmte in der Abenddämmerung. Bloß weg. Dann eben Berghotel Tschingelhorn (1778 m), einem Klassiker. Halt auf der anderen Seite wieder runter. Die leeren Batterien der Stirnlampe ... im Sterndunklen über Gras und Blockstein gebierten sie Verhauer; merde. Wo Markierungen hilfreich gewesen wären, fehlten sie, wo es sie nicht brauchte, gab´s Dutzende. Merke: Wegewarte sind ausschließlich Tagtiere. – Auf frischer Matratze schlief es sich zu später Stund dann perfekt. Auch wurde das Frühstück serviert. Zwei weitere Lärmflüchtlinge waren vorher angekommen.

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Nachher geht´s beim Wandern immer abwärts. Tief unten durch dunklen Wald. Da war´s fast kalt.

Nein, wirklich aufbauend war der Spaziergang nach der Anreise via baustellenverseuchter A5 nicht. Auch die Luft im Tal war viel zu dick. – Ab ins Rhonetal nach Leuk, spät & wanderfaul mit der Kabelbahn zur großen Rinder-„Hütte“ (2313 m) mit dem preishöchsten Salatteller aller Zeiten. Wandernd aufs Torrenthorn, freilich fehlte der Torro.

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Torrenthorn (2998 m), einfaches Gehgelände auf vielen kleinen Steinchen.

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Übers Rhonetal lässt sich 50 km weit gucken. Hochland. Dahinter gäb´s eh nix mehr zu sehen. Das Wandern würde dort aufhörn, wie schön.

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Monte Rosa mit Nordend, Dufourspitze (4634 m) & Liskamm.

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Weisshorn (4506 m), mit unauffälligem Gratzacken namens Pishorn. Die „Wanderbahn“ zu letzterem ist erkennbar, gingen die nebeneinander?

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Mischabel-Gruppe hinten, links der Balfrin, vorn der Franziskaner.

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Erst tags drauf wandre ich wieder. Entlang des gut gefüllten Mattmark-Stausees zum Monte Moro-Pass, fußläufig zu bewältigen.

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Mattmarkstausee (2197 m), gefüllt mit altem Gletscher. Rundwandern möglich.

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An Strahl- & Fluchthorn tief vorbei.

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Zuhauf auffindbar: Hilfreiche Hinterlassenschaften von ... Römersklaven?

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Am Moropass (2868 m) etwas platt(ig)e Goldkunst. Eine pädagogisch antiquierte Tafel weist aus, es war ein Schweizer zuerst auf dem ... Aconcagua; ein Zurbriggen 1897.

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Italiener-Kabelstation, geschlossen. Monte Rosa im Dampf. Westlich benachbart das CAI Rifugio „Gaspare Oberto e Paolo Maroli” (oder marodi?), gleichfalls verlassen. – An dieser Grenze ist Schengen Realität, an der Autobahn stets ein Witz.

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Seltsame Zeichnungen: Nicht altrömisch, eher außerirdisch oder von Däniken. Es herrschen auch kultische Bräuche, alte Glasflaschen müssen nach Südwest geworfen werden.

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Dann doch noch, die hohe Ostwand der Monte Rosa mit Signalkuppe (4554 m; Pizza Margherita), Zumstein- und Dufourspitze (4633 m) sowie Nordend. Keine Wandergipfel ... von hier aus.

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Wanderer fahren zuletzt heim – also zurück zur Staumauer. Links die Mischabelgruppe mit Täschhorn, Dom (4545 m) & Co. - Der „Wettlauf“ mit der Sonne ging natürlich verloren (... Wanderer), der Weg kam schnell in den Schatten und verblieb darin. Zuletzt wehte noch ein Windchen talabwärts, 5-6 Bft bei 13° C. Bei windchill doch frisch.

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Auf der abendlichen Heimfahrt zum Zeltplatz mit Glüh...felsen ging´s zügig voran, die gelben Nummernschilder hatten eingeparkt. – Statt Rudelwandern am Samstag gab´s Ruhe, Nudeln, Käse & Rotwein.

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Bei Sonntagswetter oberhalb St. Niklaus in die Höh. Malerisch. Der Weg hat eine gewisse Länge.

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Westlich über dem Tal ein paar Dauerschneeberge, in diesem Jahrzehnt. Brunegg-, Weiss- und Bishorn ... am Wegesrand.

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Verwitternde 1850er Moräne.

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Riedgletscher, aper. Bewandern erlaubt. Am Bergrand ganz links ein ganz kleines Stück Bordierhütte.

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Bordierhütte (2886 m). Bewirtschaftung beendet. „Winterraum“ ist fast der gesamte Altbau. Die Plätze im Matratzenlager sind eng; bei 4 Nächtigern wurscht.

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Mittig der Balfrin (3795 m). Vor der Hütte festgequatscht, erst nach 15 Uhr angegangen. Ein paar Pfadspuren hat´s in der Halde.

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Der Nadelgrat rechter Hand – zum Sattgucken. Nix für Bergwanderer.

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Noch weiter rechts das Weisshorn, der „Normalweg“ links am Grat ... auch schon wieder 3 Jahre her.

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Weit entfernt rechts der Aletschgletscher. Wie immer, wenn DASDA nicht das Ziel ist: Gutwetter. – Mitte links Jungfrau-Mönch-Aletschhorn, rechts Finsteraarhorn.

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Mein Wandergipfel: Balfrin I (3795 m). Wer genau schaut ...

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... sieht 2 Wanderer sich ausruhend. – Großes Hallo ... Du ... Ihr ... hier???

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Becks & Vega kamen vom Nadelhorn (4327 m) bzw. der Mischabelhütte (3329 m) und schleppten etwas mehr. – Hatte bei der „Schlaf“-Höhe frühzeitig abgewunken, zu früh. Wusste eh nicht, was das Knie nach dem MTB-acc zuließ.

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Schuttabstieg; 17 Uhr war durch. – Hatten genug zu ratschen und stolperten zu Dritt bergab. Der Balfrin läut kaum weg. Steigeisen und Stirnlampe (mit neuen Batterien) blieben im Rucksack. Wanderer lieben Gepäck.

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Später Blick aus der Hütte. Frühes Eindunkeln, 19:22 Uhr.

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Verandakönig – Bordierhütte!
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« Zuletzt geändert: 04.11.2011 um 23:40:58 von Vogelfreund »  
 
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Vogelfreund
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Re: langweiliges Bergwanden (CH: BE+VS)
Antwort #1 - 30.10.2011 um 15:10:38
 
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Im Abstieg das übliche ... Wandern. Mit Sonne angenehm. An der Hütte war das Wasser gefroren ... Anfang Oktober.

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„Brennende“ Lärchen, kurz vorm Optimum.

Doch noch immer nicht über Kilometer-Grenze 4 oben raus gekommen, so darf das nicht bleiben; in 20 Jahren vielleicht. – Also: Grindelwald (ca. 1000 m), ein kleiner Ort mit großer Streusiedlung. Es lässt sich hiken & biken sowie auf alle möglichen Weisen stets Fränkli unters Volk bringen.

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Mit prämiertem Grindelwaldbus zur Großen Scheidegg (1962 m). MTB´ler gaben reihenweise klein bei, sicher wegen der beeindruckenden Fanfare.

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Große Scheidegg mit Wetterhorn (3692 m).

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Etwas weiter die „First-Flieger“ – abwärtige Gaudi bis 80 km/h. Gibt´s im 3. Jahr. Gewichtslimit; einmaliges rutschen: 25 CHF.

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Wanderqual oder Freude? Hüttenziel (mittig oben) lang voraus sichtbar. Bis etwa 17 Uhr nerven Kabelbahnfahrer hundertfach.

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„Bachsee“ (2265) mit Wetter-, Schreck- und Finsteraarhorn (Blick gen Süd). Nicht nur Zermatt hat Wasserbecken. Aber der Name? Klingt das wie „top of Europe“?

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Schreckhorn (4078 m). "Knapp" im Tal gegenüber liegend. Ein schönes Ziel für Berg...steiger. Bloß kein Seilpartner.

Potzblitz: Bergführerbüro. 1.425 CHF würden es dann bitte, sagte die junge Dame sehr freundlich, „all inclusive“ die Nachfrage bejahend; Schluck. Ob ich ein solches Novum mögen würde? Ob ich ein solches Novum geniessen könnte, liefe der "war-schon-Hundertmal-da" stets voraus? Immerhin die Option, dies JETZT zu machen. Doch, kein Bergführer wollte mehr. Vielleicht ... unerreichbar ... Saison zu lang ... bin schon in Urlaub ... keine Lust, die Tütensuppe selbst anzuwärmen ... kein Bergführer-Zimmer im Winterraum ... bitte mit Wochenfrist buchen ... wegen Reichtum geschlossen ... was auch immer die gestochen haben könnte. Bei Nullsichtwetter womöglich mit Hinz & Kunz hinauf, doch bei dem phänomenalen Wetter jener Tage ... Dach ausbessern, Wolle spinnen, Däumchendrehen? Grrrrrr! So ist das mit dem Bergsteigen: Frust vorprogrammiert. Besser die Finger davon lassen. Lieber wandern gehen, das geht immer.

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Also Berghotel Faulhorn (2680 m), beinahe unverändert seit 1830, heißt es. Urig und einmalig erhaben über dem Tal liegend. (R., merci für den Tipp).

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Nach langem Wandern trinkt so einer beinahe alles. Entspannter Wei(t)(zen)blick auf Eiger-Mönch-Jungfrau.

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Nur ein kleines Tuch wirft etwas Schatten. Der Thuner See tief unten im Dunst.

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Der Eiger (3970 m). Da muss ich nicht rauf, kein Viertausender Grinsend. Rechts daneben Mönch (4107 m) und Jungfrau (4158 m).

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Sonnenuntergang während des Abendessens. Stress fürs Restaurantpersonal, alle wollen gleichzeitig zahlen, gucken und knipsen.

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Winteregg (2573 m). Sieht nett aus. Lässt sich weit gucken. Gibt auch viel zu sehen. Sogar einen (späten) Mornellregenpfeifer und 11 Gämsen. Doch auch die nahmen Reissaus, weil ...

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... ein paar große Jungs ambivalentes trieben. Als Wanderer kaum vom Hügel herunter, schoss der erste lärmende Blechvogel keine 50 m überhin. Sicher große Kunst, Wanderer mit ´ner F-18 im Tiefstflug zu verschrecken. So was taten die immer wieder einmal, stundenlang, eigentlich ganztags. Meist etwas höher fliegend. Die Kurbelei hat da offenkundig Tradition. Nördlich des Faulhorns ein Sturzflug und dann mit dem Nachbrenner dröhnend wieder hinauf. Zuletzt rissen alle vier Beteiligte im 10-Sekundentakt hintereinander die imaginäre Hürde „unterhalb“ des Berghotels. – Bestimmt übten die Vorarlberg zu überfallen; könnt ich ja Verständnis für haben, würden die millionenteuren Blechvögel wenigstens artgerecht eingesetzt..

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Ansonsten ein prägnantes Panorama. Oben: Von Jungfrau bis Schreckhorn. Unten: Bis Wetterhorn.

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Schild nebst Standort lassen staunen. Ein „Vorsicht Tiefflieger“ oben wäre angebracht.

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Wetterhorn „ohne“ Wetter, aber mit Wiesen. Des Ganzen zum Schluss.

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Die Grindel-Mordwand bei Abfahrt. Viel Sonne. Straßenblick; nicht ganz die gewohnte Ansicht.

Wanderer machen auch viel zu viele Fotos ... gaaanz langweilig war es mir nicht wirklich.

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« Zuletzt geändert: 04.11.2011 um 23:55:41 von Vogelfreund »  
 
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