Nachdem es mit der versprochenen Wetterbesserung ernst wurde, brauchte es also noch geeignete Berge.
So verschwinden wir zum Entsetzen des Wirts von der Chanrionhütte und machen uns morgens auf den Rückweg zum Auto.
Also erst mal 200 Hm Gegenanstieg zum Col de Tsofereit und dann am See entlang zum Auto.
Dann fährt man erst mal 30 km aus dem Tal raus, um ins nächst wieder 30 km rein zu fahren.
Die Staumauer an Grande Dixence erschlägt uns fast mit ihrer Wucht.
Immerhin war das Teil als es gebaut war, die höchste Staumauer der Welt.
Trödeln is nich, um halb sieben gibts auf der Hütte Abendessen und der Zustieg soll vier schweizer Stunden dauern. Da hüpfen wir gleich mal in die Seilbahn und lassen uns zur Staumauerkrone fahren, sonst gibts nix mehr.
Wieder gehts zwei Stunden am See entlang... fast ohne einen Höhenmeter zu gewinnen.
Dafür tumeln sich neben dem Weg viel Murmeltiere, die an Touristen gewöhnt sind. Erstaunlich spät verschwinden sie in die blühenden Wiesen.
Am Seeende gehts steil auf einen Moränenrücken und der Weg ist nicht so einfach zu finden.
In einem weiten Bogen um den Tete Noire sind wir pünktlich zum Abendessen auf der Hütte.
Morgen soll es über die Westflanke und den SW-Grat auf den Mont Blanc de Cheilon gehen. Frühstück gibts um fünf, also eine ganz normale Zeit.
Über den Glacier de Cheilon erreichen wir nach etwa einer Stunde den gleichnamigen Col.
Morgenstimmung bei der Hütte; im Hintergrund der Col de CheilonDort kann man erst mal die Steigeisen auf den Rucksack schnallen.Weiter gehts zum Gratfuss und rechts um den ersten Turm herum.
Am Gatbeginn, rechts wieder der Col
Der erste TurmDem Blockgrat folgend gelangen wir in netter Kletterei ( meist 1 und Stellen 2) bis auf ca. 3500 m. Dort gehts im Firn weiter.
Durch den Schneefall in den letzten Tagen sind die Spalten alle gut zu.
Nur die Randspalte nach dem Steilstück ( ca.40 °) ist mit einem Schritt zu überwinden.
Am Grat
Wieder im Firn
Vor uns die Steilstufe und der GipfelgratBei 3780 m trifft man auf den felsigen SSW-Grat.
Der führt meist recht schmal und luftig bis unter den Gipfelklapf.
Der Pickel in der Rechten stochert schon mal ins Leere

Am Beginn des Gipfelgrats
...und mitten drinAm Grat gehen wir seilfrei, es ist eine gute Spur vorhanden. Aber ein Fehltritt hätte fatale Folgen.
Die letzten Meter sind nochmal eine Kletterstelle. Nur die Steigeisen sind sind im Fels etwas ungewohnt und der Vogel verlangt nach dem Seil.
Dohle am Gipel
... und ich natürlich auchScheinbar sind wir nicht die einzigen Entzückten

Wir steigen bis etwa 3400m am Grat ab, wo wir ihn durch eine kurze, steile Rinne nach Westen auf den Glacier du Gietro verlassen können.
Über diesen gehts zurück zum Col und zur Hütte.
Nachdem da ja noch mehr Berge rumstehen, gehen wir am nächsten Tag noch auf La Luette.
Das ist eine problemlose Tour, die sich auch zur Akklimatisation eignet.

Von der Hütte gehts östlich auf den Glacier de la Luette und über die Ostflanke zum Gipfel.
Leider kühlte es in dieser Nacht nicht richtig ab, so dass es mehr eine Schneewühlerei war... jedenfalls für Schwergewichte wie mich
Schon wieder dieser Urlaubsstress wegen der Helden der Berge-Nummer Da versinkt man bei jedem zweiten Schritt bis fast ans Knie
Und natürlich hat man eine moderne Hose mit verstellbarem Beinabschluss, aber wie sagte die Frau Lehrerin in Ausrede Nr. 8 ? "Gamaschen brauch ma gwiiiiss net!"
Na gut, gibts halt nasse Strümpfe und Füsse.
http://www.sektion-alpen.net/images/Touren2007/hawkeye/mbc13.jpg[Da lässt mann sich dann schon mal zum Gipfel ziehen
Im Hintergrund der Mont Blanc de Cheilon; unsere Route führt unten über den Felsgrat rechts der Bildmitte, dann auf dem Gletscher zum Beginn des Gipfelgrats
Das Ergebnis vom Stiefel ausleeren.
Ich grab meine Bundhose wieder aus 
Da die Tour zur Luette nicht so lang ist, steigen wir nach ausgiebiger Mittagspause noch den Tete Noire auf den Tete, auch wenns nur 70 Hm sind.
Sonst wirds nix mit dem Helden
Nein, ich wünsche immer noch keine Psychoanalyse 
Ich wünsche mir eher eine Dusche, als wir wieder am Auto sind.
Und die gibts am Campingplatz in Zinal.
Warum nicht gleich im Tal?
Das erfahrt ihr in Teil 3...