Yak wollte auf die Hochwilde und vielleicht noch auf den Schalfkogel in den Ötztalern und war so unvorsichtig hasei zu fragen, klar dass der die Tourenplanung an sich reißt und am Ende nur der nackte Wahnsinn übrigbleibt, aber der Reihe nach :
Aus dem Hochwildehaus war inzwischen die Müllerhütte geworden, Plan : Freitag abend auf die Sulzenau, dann den Normalweg zur Müllerhütte und dort ein wenig rumschaun. Nun gut, was solls, Hochwilde läuft ja nicht weg und Yak war noch nicht auf dem Zuckerhütl. Elli ist nach überstandener Krankheit ebenfalls wild auf Berge und kommt mit, wird von Yak mit Verspätung in Wiesing eingesammelt, Ankunft am Parkplatz gegen 18 Uhr, paßt. Der Aufstieg zur Sulzenauhütte ist nicht übermäßig lang und recht schön, oben warten hasei, Andrea, Tina und Jörg.

Soweit so gut, ein paar Bier später gehts ins Lager, ein großes nur für uns, Vorteil wenn ein Hund dabei ist. Yak möchte gerne früh starten, Andrea spät, kennen wir schon das Spiel, jsem stellt den Wecker auf 5, hört natürlich kein Schwein, aufgestanden wird nach 6. Abmarsch um 7, was solls, ist ja nicht so weit.

Wir gehens gemütlich an, das Wetter ist ein Traum nur etwas warm, der Weg führt gut markiert über viel Schutt und Blockabfälle irgendwann zum Gletscher, anseilen, hasei will nicht mehr zum Normalweg sondern auf den Lübecker Weg. Was soll das sein ? Lübeck kennt Yak nur von den Etiketten auf dem leckeren Weihnachtsmarzipan, und die sollen hier nen Weg gebaut haben ? Naja, das kann ja wohl nix sein, oder ? hasei meint, der soll ganz leicht sein, nur ein paar versicherte IIer Stellen. Klar mit Hund, wie soll das gehen, alle sind dagegen, wir gehen den Normalweg. Der mündet auch schnell in steilen Fels und zu künstlichen Tritten, Elli mault und will Seil, hasei grübelt derweil wie Tina das Stück überwinden soll.

Na auf den Schultern wie immer. Nachdem jsem Elli nach oben gesichert hat, tut Yak gleiches mit Tina die sich der Hase irgendwie um den Hals legt und dabei versucht nicht abzustürzen, na Hauptsache der Hund ist gesichert ! Es dauert reichlich aber irgendwie schaffen wir es zur Müller Hütte.

Dem Wirt fallen beinahe die Augen aus, als er hört wo wie herkommen, der ist neu hier oben der Mann aber wirklich gut drauf. Wir bekommen ein Zimmer, können abladen und dann zuladen. Bratkartoffeln mit Ei und Speck, das schmeckt auf 3150m, liegt aber etwas schwer im Magen wie Yak nach kurzem Weiterweg zum wilden Pfaff feststellt. Umkehren ? Kotzen ? Pausieren ? Nichtsdergleichen, weiter gehen, nicht das Weichei markieren wie jsem, der wegen ein paar Bier und der Hauswurst schon keine Lust mehr hat. Andrea bleibt mit Tina eh auf der Hütte, die Mannschaft ist auf die Hälfte zusammengeschrumpft. Zum wilden Pfaff zieht sichs. Sind nicht viele Höhenmeter, aber ist viel Kletterei, leicht zwar aber mit rebellierendem Magen....
Es sind schon einige Kletterstellen aber nix schwieriges, überall Sicherungen und zur Not künstliche Tritte, aber es zieht sich.
Die Sicht am Gipfel - ein Traum.

Und nirgendwo ein Mensch zu sehen. Zuckerhütl ist Ehrensache, aber Elli mags nicht mehr wissen, sie wartet auf dem Pfaff. Die Spritztour ist länger als gedacht. Runter in den Sattel geht es flott, aber der Aufstieg ohne Steigeisen ist etwas heikel, gut dass zumindest der Pickel nicht erst mühsam angelegt werden muß, irgendwie geht das schon - und tatsächlich, nach einer weiterenhalbe Stunde : geschafft.

Blick zurück, wo ist Elli ? Allein abgestiegen sein wird sie kaum, also hat sie sich wohl hingelegt, warm genug ist es. Der Wiederanstieg zum Pfaff, kein Spaß mehr, die paar Höhenmeter dauern ewig, im weichen Schnee die steile Flanke hoch, nervig. Gesamtbilanz hin und zurück zum Hütl : fast 2 Stunden !
Runter müssen wir auch noch. Hasei will noch vor der Hütte in der Sonne sitzen aber da macht Elli nen Strich durch die Rechnung, zu geschafft für einfach runterlatschen erfüllt sich des haseis Wunsch : er darf sichern üben. Auch das zieht sich und der Schatten wird länger und länger, endlich wieder Gehgelände, ein schneller Spurt und hasei schafft es tatsächlich den letzten Sonnenstrahl zu erwischen, fünf Sekunden später geht die Sonne unter.
Am abend wird die Aufsteigszeit für den nächsten morgen diskutiert. Yak will nachmittags noch baden gehen und früh heim, Andrea will nicht früh aufstehen, schwierig, zum Glück läßt sich Tina bestechen und weckt zu halbwegs früher Stunde. Eine später als Yak wollte, drei früher als es Andrea genehm gewesen wäre, naja.

Der Weg zum Freiger soll auch der Abstiegsweg sein, klare Sache für Yak : Das steile Firnfeld hoch bis zum Gipfel und dann den Normalweg runter. Auch klar ist dass wir den Weg nicht nehmen. Irgendwie schafft es der hase uns auf den ver... Marzipanweg zu bringen. Der geht anfangs über Blockschutt und ist halbwegs gehbar, dann endet die Gehbarkeit und beginnt das klettern. Wieder nix wildes, aber da war ja noch Tina.
Führt dazu dass wir teilweise zu dritt in seltsam verrenkter Stellung seltsamen Sport ausüben.

Naja, Schwamm drüber. Irgendwann sind wir oben. Ein wenig Posing fürs Fotoalbum und dann ?

Runter ? Der geneigte Leser kann es sich denken. Der Normalweg wäre ja trivial, warum nicht Leos Route absteigen ? Da hat man Gletscher, Spalten, steile Firnfelder, unklare Routenfindung, Schuttrinnen und ein paar versicherte Platten wo wieder Hundeheben angesagt ist....

Auch dieser Abstieg zieht sich aber natürlich, irgendwann ist die Sulzenauhütte erreicht. Die wird von Tagestouris belagert, der Abstieg von hier zum Parkplatz schaffen Yak und Elli in einer Stunde mit leicht weichen Knien.
Fazit : Das übliche halt : toll, deppert, Spinnerei, geil usw., nur eins fehlt diesmal, hasei war ja dabei...
Dass das mal nicht zur Gewohnheit wird, am Ende gewöhnt man sich an die Anwesenheit von Phantomen !?