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Zugspitze über das Höllental (Gelesen: 1384 mal)
Ingo_M
Spaziergänger
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Bayern is so schei

Beiträge: 9
München
Geschlecht: male
Zugspitze über das Höllental
16.07.2010 um 14:42:33
 
Servus Bergfreunde,

letzten Samstag (10. Juli 2010) war es mal wieder soweit. Meine erste Bergtour in diesem Jahr führte mich gleich auf Deutschlands höchsten Gipfel. Nachdem ich letztes Jahr schon über die Wiener Neustädter Hütte hochgegangen bin, habe ich mir diesmal die längere Tour über die Höllentalklamm ausgesucht. Bei herrlichem Wetter bin ich um 7 Uhr von Hammersbach  (Parkplatz gut beschildert; 2.50 Euro nicht vergessen) losgegangen. Der Aufstieg zur Höllentalklamm und weiter zur Hütte am Ausgang der Klamm findet ohne Schwierigkeiten statt und eignet sich auch hervorragend für eine kurze Wandertour. Nach der Hütte geht es gut beschildert Richtung Zugspitze. Es handelt sich hierbei um einen leicht gehbaren Wanderweg. Der Weg endet an einer Bergwand. Dort kann man in aller Ruhe das Klettersteigset anlegen, denn nun folgen ein paar schöne und gut gesicherte Kletterpassagen. Ohne grössere Schwierigkeiten kommt man zu der berüchtigten "Wand". Diese besteht aus Trittstiften und einem am Fels befestigten Seil. Die Beschreibung in den Büchern haben mir ehrlich gesagt einen anderen Eindruck vermittelt. Sowohl von der Länge als auch von der Schwierigkeit. Ich empfand diese Stelle als einfach. Dennoch sollte man Schwindelfrei und natürlich Trittsicher sein. Weiter geht es dann wieder auf gut markierten und gehbaren Wanderwegen Richtung Gletscher (Höllentalferner). Die Strecke zieht sich aber schon ein Stück und ich war heilfroh, dass ich früh am Morgen losgegangen bin. Man ist stets der prallen Sonne ausgesetzt. Die Umgebung ist aber, wie auf der gesamten Tour, immer sehenswert (Foto nicht vergessen). Am Gletscher angekommen geht es dann mit Steigeisen weiter. Zu diesem Zeitpunkt hat sich noch ordentlich Altschnee auf dem Gletscher befunden und somit war die Trittsicherheit immer gegeben. Der Gletscher ist anfangs recht gemütlich und zieht dann nach 1/3 der Strecke merklich an. Der Weg ist gut sichbar und kann eigentlich nicht verfehlt werden. Zudem sind sehr viele weitere Bergsteiger unterwegs gewesen. Der Ausstieg ist auch nicht zu verfehlen, denn von dort an kommt der eigentliche Klettersteig bis zum Gipfel.
Thema Randkluft:
Für mich war es das erste Mal auf einem Gletscher. Somit hatte ich noch keinerlei Erfahrung. Der Abstand Gletscher zum Fels betrug ca. 50cm und kann unter normalen Umständen gut überbrückt werden. Problem hier ist, dass ein Ausfallschritt entfällt, da der Fels hier keinerlei natürliche Tritte aufweist. Der Klettersteig beginnt mit einem Trittstift und darüber mit den "Gehleitern". Man beugt sich also über die Randkluft rüber, um mit den Händen die Trittleiter zu erreichen. Dann steigt man auf den Trittstift und kann sich anschliessend beim Seil mit dem Klettersteigset einhängen. Ich möchte anmerken, dass diese Aktion bei Einigen nicht ohne Probleme stattfand, da es doch eine gewisse Angstüberwindung kostet. Sicherlich wird die Randkluft noch weiter weg vom Felsen sein, wenn der Schnee abgeschmolzen ist.

Thema Klettersteig:
Ab diesem Punkt bis zum Gipfel ist der Weg ein einziger Klettersteig. Dieser ist nie sonderlich schwierig, aber dennoch lang, steil und kraftraubend. Es gilt ca. 500 Höhenmeter zu überwinden. Zudem sind die Rastplätze spärlich und es geht schon knackig bergauf. Für Untrainierte ist das nichts. Ich sag's deswegen, da es an diesem Tag den Anschein hatte, dass sehr viele Leute sich überschätzt haben. Es gab Stauungen und das Überholen einer Gruppe ist auch nicht immer einfach. Punkt 13 Uhr war dann der Gipfel erreicht. Diesen teilt man sich dann mit vielen Touristen in Turnschuhen und Flip-Flops. Dennoch sollte man sich für die Anstrengungen ordentlich belohnen und den Rundumblick geniesen.
Zusammengefasst erlebt man auf den 2100 Höhenmetern alles was das Herz begehrt. Eine Klamm, gute Wanderwege, knackige Klettersteige und einen Gletscher.
Leider ist es nicht möglich die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen - zumindest, wenn man die Zugspitze als 1 Tagestour geplant hat. Erste Ankunft der Zahnradbahn in Hammersbach ist um 8:23 Uhr. Dies ist viel zu spät. Die letzte Seilbahn/Zahnradbahn fährt gegen 16:15 Uhr runter ins Tal. Das wird eine Punktlandung (wehe man hat zulange Pause gemacht). Sicherlich kommt ein Abstieg auch in Frage, aber man müsste dann per Anhalter zum Garmischer Bahnhof kommen. Gerne kann man auch einen mehrstündigen Talhatscher vom Eibsee oder Hammersbach Richtung Garmisch machen. Nach 2100 Höhenmeter im Auf- und Abstieg sicherlich eine äusserst nachgefragte Möglichkeit  Zwinkernd

Euch trotzdem viel Spaß bei dieser Tour.
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