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Außenlandung am Sonnenkopf (Gelesen: 2529 mal)
Lamл[tm]
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Außenlandung am Sonnenkopf
22.03.2010 um 00:08:20
 
Mit dem Lawinenlagebericht von Freitag (unten 1, oben 2) und den Wettervorhersagen (leichter resp. mäßiger Schneefall) ging es am Samstag früh los. Mit "Leicht" resp. "mäßig" waren bestimmt nicht die 35 cm gemeint, die es dann wurden. Bahn und Autobahn waren in gleicher Weise wie wir überrascht; Autofahrer hatten angesichts der warmen zurückliegenden Tage schon mal Sommerreifen aufgezogen und sorgten durch Querstehen dafür, dass es von KA ins Allgäu 7 Stunden dauerte. Der Zugverkehr um Ulm wurde wegen eingewehter Einschnitte für einige Stunden eingestellt. Die Räumfahrzeuge waren schon demontiert.

Ein Forststraßenhatscher der Extraklasse
Gegen 8 Uhr 30 macht der Lawinenlagebericht erneut (d.h. wie letztes Jahr) alle Hoffnungen auf die geplante Tour (Nagelfluhkette) zu Nichte, als Ersatz werden die Sonnenköpfe bei Sonthofen ausgekuckt. Bei feuchtem Schneefall geht es um 13 Uhr über den Altstädter Hof zum Gernkopf, ChristianW bewährt sich als Spurmaschine. Ein Forststraßenhatscher der Extraklasse, ist aber wurscht, wir sehen ohnehin nichts (OK, hin und wieder mal den Boden).

Wir finden einen erstklassigen Windkolk um einen einzeln stehenden Baum und graben uns in den harten Schnee ein - 1 1/2 Stunden zum Aushöhlen von zwei Mal ca. 5 m³ Schnee. Andreas hat den unangenhmsten Job, vorher vom Rad gefallen, kann er nicht im Sitzen oder Knien arbeiten und muss "draußen" im Wind den Eingang freihalten, in den wir von "drinnen" den ganzen Abraum schipppen. Klatschnass geschwitzt kochen wir und fallen mehr tot als lebend in die Schlafsäcke. Es hat jetzt zu schneien aufgehört. Dass draußen ein (in dieser Stärke ebenfalls nicht angekündigter) Sturm losgeht, hören wir nicht - eine Schneehöhle ist fast ideal schallgedämmt. Dumpfe Knalle im Minutenabstand wecken uns trotzdem am Morgen. Wir verlassen den geschützten Raum, freuen uns am herrlichen wolkenlosen Panorama, sehen die Bescherung und wissen wer da (wahrscheinlich )herumknallt: In den umliegenden Schigebieten sowie oberhalb gefährdeter Straßen werden Lawinen abgeschossen. Der Lawinenlagebericht gibt Gewissheit: 4 in allen relevanten Lagen.


Alle meine Entschen .. lassen keinen auf den Kopf
Der mehrere Meter breite Rücken über die Sonnenköpfe ist sicher, aber wie wir runterkommen sollen ist erst mal nicht klar. Da kommen auch schon die ersten Schifahrer vorbei. Nach Frühstück, Packen (alles sehr umständlich zu dritt auf 4 m²) gehen wir erst mal weiter. Am Sonnenkopf ist gefühlt so viel Betrieb wie am Fellhorn - nur die Beschallungsanlage und der Koma- Nachschub  fehlt. Immerhin hat der Betrieb einen Vorteil: Die Einheimischen erzählen uns, dass man zwischen Schnippen- und Entschenkopf nach Westen zur Geisalpe sicher absteigen kann, man müsste nur der Schipiste folgen, die bis Nachmittag dort entstanden sein wird.

Wir gehen gleich weiter zum Heidelbeerkopf. Am Schnippenkopf herrscht auch Hochbetrieb - nur Benni und Sophie fehlen am Heidelbeerkopf erst mal. Die beiden haben keine Stöcke mit und ein Problem: Stellenweise müssen wir durch die hinter den Bäumen liegenden Schneewehen stapfen. Und damit scheidet eine Fortsetzung (über Schnippen- zum Entschenkopf) aus, wenn wir nicht alle 100 Höhenmeter erneut biwakieren wollen. Zwinkernd Es ist auch deutlich steiler als die vor Ort erhältlichen Wanderkarte in 1:50000 zu erkennen gibt und damit sicher nicht zum Lawinenlagebericht kompatibel.

Dr große Graba
Wir genießen ausgiebig das Panorama und steigen wg. der Übersicht erst mal nach Osten ins Retterschwangtal ab - laut Lagebericht zwar die gefährliche Exposition, aber dafür schön flach. Der Plan ist jetzt, von Bad Hindelang mit dem Bus zum Auto zu fahren. Manche Kehre schneiden wir durch dichten und tief verschneiten Wald ab. Vom Mitterhaus, an dem so gut wie kein Schnee liegt, nehmen wir, weil es so schön ist, den Wanderweg zum Straußbergsattel und steigen über ewiges Almgelände kaum merklich (500 Höhenmeter auf ca. 10 km) direkt zurück zum Auto. Wir wären vermutlich heute noch unterwegs, wenn Christian nicht die ganze Strecke einen stellenweise mehr als knietiefen Graben gezogen hätte. Wir sind auch ohne gespurt zu haben, fix und alle.

Es hat sich aber gelohnt. Selbst Sophie, die noch die eine Wintertour mit Außenlandung gemacht hat, war Feuer und Flamme.

Wie üblich, Bilder gibt es später.

Tipps
Die Sonnenköpfe sind eine vom Sonthofener Köpfle (1523m) im Norden bis zum Entschenkopf (2043m) im Süden reichende Kette aus Grasbergen, die als nordwestlicher Ast der Daumengruppe das Retterschwanger Tal vom Illertal trennt. Übersicht siehe http://www.allgaeuergipfel.de/index.html?/...n/adaumenn.html Im Sommer ist die Überschreitung eine einfache, wenn auch lange Tagestour. Der Rest der Daumengruppe ist erheblich wilder. (Der Nordostast trägt den Hindelanger Klettersteig, der Südast den Weg vom Nebelhorn zum Hochvogel.)

Sonnen- und Schnippenkopf sind beliebte Schitouren mit 800 resp. 1000 Höhenmetern, die bei sonst gefährlichen Verhältnissen gern als Ausweichtouren hergenommen werden und deren übliche Abfahrten spätestens ab Mittag pistenähnlich eingefahren sind. Die Abfahrten nach Osten sind außerhalb der Jöcher relativ steil.

Bei Überschreitung aller Berge kann man etwa jede Stunde mit dem Bus zum Ausgangsort zurückfahren.
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« Zuletzt geändert: 22.03.2010 um 00:53:38 von Lamл[tm] »  

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Re: Außenlandung am Sonnenkopf
Antwort #1 - 23.03.2010 um 23:51:39
 
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Fast schon schönes Wetter!

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Noch Fragen?

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Christian spurt, der Rest kommt nicht mit.

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Lagebesprechung

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Nicht tief genug

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Schhipp schipp hurrah!

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gleich gibz lecker Tütensuppe Smiley

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gemütlich???

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Gute Nacht!!

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Guten Morgen!

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Iiiiiieh das bewegt sich!!!

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Betreten verboten!!!

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Fertigmachen zum Traumtag!!!

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Oben bleiben!

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Sonnenkopf mit kaum Leuten drauf.

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unendliche Mühe

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Christian ist nicht zu stoppen. Zum Glück ist das gut gegangen.

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Aber hier geht es nicht weiter.

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Wenn die Bäume nicht wären könnte man meinen man wäre irgendwo ganz weit weg.

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Gipfeltreffen

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Wie entsteht so was?

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Melde gehorsamst: Wald ohne Berührung von Steilgelände erreicht.

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Hier hätte eigentlich ein Film hingehört.

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Nach 2 min. ging der Wind dwieder los!

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Auf der Alm, da gibz (fast) ka ... keinen Schnee.

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Der oder die Hatsch???

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Ziel in Sicht - und es sind sogar noch ein paar Minuten Tag übrig.
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