bike-uwe
Full Member
 
Offline

Here comes the SAN
Beiträge: 117
Schwäbische Alb
Geschlecht:
|
Rein-rauf-runter-raus
Erst mal eine ganz dicke Entschuldigung an Yak, ich hätte mich bei dir melden sollen, aber das ganze ging so hektisch über die Bühne, das ich es ganz verschwitzt habe.
SORRY
Nachdem ich die ganze Woche bei brütender Hitze unser Blockhaus im Garten aufgebaut habe wollte ich unbedingt noch in die Berge, und Yak’s Vorschlag klang schon vielversprechend.
Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Ein „Hallo ich lebe noch „ Anruf bei Manuel an einem verregnetem Donnerstag Abend öffnete mir die Tür um meine Grenzen neu zu definieren.
„Hy Uwe ,... Rainer, Wolfgang und ich wollen am Sonntag die Lenzspitzen N-Wand und das Nadelhorn machen“ tönte es aus dem Hörer. „Wir bleiben aber mindesten bis Montag“ *grrr* So verbrachte ich den Freitag damit einen Beurlaubten Arbeitskollegen zu finden, der für mich einspringt.....Danke Steven an dieser Stelle.
Pünktlich um fünf holte mich Rainer mit Manuel im Auto am Samstag vor der Haustüre ab und nachdem wir Wolfgang in Rottweil eingesammelt haben ging die fahrt über fast Autofreie Straßen ins Wallis los.
In Saas Fee angekommen wurde noch kurz das Material aufgeteilt und wir starteten um 12 mit dem zähen Aufstieg auf die Mischabelhütte, die wir auch um 14:30 erreichten. In der nur schwach belegten Hütte teilte uns der Wirt mit das 60 Man abgesagt haben und das Wetter allerhöchstens noch bis um 10 Uhr am Sonntag halten sollte.
„Ich weck euch dann um zwei“ sagte er bestimmend in seinem witzigen Dialekt. Und so saßen wir vier und noch ein Italienerpärchen (Sie war sogar recht hübsch anzuschauen) um kurz nach zwei beim Frühstück.
Mit Stirnlampe bewaffnet machten wir uns durch die noch Sternklare Nacht auf den gut Markierten Weg zum Nadelhorn, wobei wir im Gletscherbecken nach links abbogen um uns auf direktem Weg zur Lenzspitzen N-Wand zu begeben. Die Untergrundbeschaffenheit versprach nichts gutes und man brach hier und da schon mal richtig durch den weichen Firn.
Der Steilaufschwung am Bergschrund war leider auch nicht hartgefroren, sonder befand sich in einem äußerst brüchigem und weichen Zustand. Nachdem wir über eine geraume Zeit vergeblich versucht haben mit dem Pickel eine steigfähige Stufen in den Schrund zu modellieren suchten wir uns einen neuen Einstieg mit festerem Material.
Der war auch schnell gefunden doch befand er sich unter der Steinschlagzone und da die Sonne Anzeichen machte demnächst über den Horizont zu kommen war eile angesagt und wir querten die Wand im unteren Drittel durch etliche Nassschnee Rutsch- Rinnen nach links und dann ging es endlich uneingeschränkt diretissima über sehr bescheidenes Material nach oben.
Für einen Moment lies die aufgehende Sonne die Wand im roten Glanz erscheinen, doch leider nur ganz kurz und dann verschwand Sie endgültig hinter den aufziehenden Wolken.
Um 7:30 , am Ende der Wand und am Gipfel der Lenzspitze und am Anfang des Nadelgrates war von Sonne nichts mehr zu sehen.
Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern.... und so ging es nach kurzer schweigsamer pause, in der wir alles anzogen was wir dabei hatten um uns vor dem Wind und den ins Gesicht prasselnden Eis-Teilchen zu schützen, auf den Grat.
Rauf, runter, rauf, runter. Das könnte man doch einfacher haben, aber wenn Bergsteigen einfach wäre, würde es Fußball heißen.
und morgen gehts weiter
|