Archiv des Naturschutzreferats

 

Hier findet Ihr ältere Beiträge des Naturschutzreferats.


© Strauchdieb

Bergwaldaktion an der Weisswand 2007

Trotz heftiger Diskussion - oder gerade deshalb - ist ein Häufchen Aufrechter dem Aufruf des Muttervereins gefolgt und hat für 2 Tage im Dienste der Natur den Buckel krumm gemacht.

Strauchdieb hat dazu einen lesenswerten Bericht geschrieben: Bergwaldaktion

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© DAV

Stausee bedroht die Existenz der Amberger Hütte

Der Wasserspiegel würde 120 m über der Hütte liegen:
Die geplante Errichtung eines Staudammes unmittelbar am Fuß der Amberger Hütte stellt nicht nur die Schutzhütte, sondern auch das gesamte Skitourengebiet im Sulztal (Grenzbereich Stubaier-Ötztaler Alpen) in Frage. Nach den Plänen der Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) soll in diesem Bereich ein Speichersee mit rund 120 Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen errichtet werden.

Weitere Infos: (Link öffnet sich in neuem Fenster)
auf den Seiten des DAV
bei bergsteigen.at
im Oberpfalznetz

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© DAV

Bergforum 2004

Alpentourismus in der Postmoderne - Der ideale Alpen-Tourist
Wie soll er sein? Diese Frage stellte der Moderator den vier Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz am 14. September in der Reihe Bergforum 2004. Die Veranstaltung wurde unterstützt durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Weitere Infos: (Link öffnet sich in neuem Fenster)
Bergforum 2004

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© Volksbegehren Wald

Volksbegehren "Aus Liebe zum Wald"

Die bayerischen Wälder sind in Gefahr: Die bayerische Staatsregierung möchte sie privatisieren und nur noch profitorientiert nutzen. Dass das nichts Gutes für Naturnähe, Trinkwasserschutz, Schutzwaldfunktion und Erholung bedeutet, kann sich jeder denken.
Das Volksbegehren wendet sich dagegen.

Im Juni haben bereits über 100.000 Bürger (statt der erforderlichen 25.000) für das Volksbegehren gestimmt. Im Herbst geht das Volksbegehren dann in die zweite Phase, 900.000 Bürger müssen sich in die bei den Gemeinden ausliegenden Listen eintragen. Termin ist der 16. bis 29. November! Also auf in die Rathäuser!

Weitere Infos: (Links öffnen sich in neuem Fenster)
Die Seiten des Volksbegehrens
Der DAV unterstützt das Volksbegehren.

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© Alpweek

Internationale Konferenz "Alpenwoche"

Vom 22.-25. September organisieren in Kranjska Gora, Slowenien, die Internationale Alpenschutzkommission (CIPRA), das Internationale Wissenschaftliche Komitee für Alpenforschung (ISCAR), das Gemeindenetzwerk "Allianz in den Alpen" und das Netzwerk Alpiner Schutzgebiete (Alparc) eine gemeinsame Konferenz.

Das Thema lautet: Die Alpen der kommenden Generation — Von Prognosen zum Handeln.
Schwerpunkte: allgemeine Zukunftsaussichten des Alpenraumes und das Management der natürlichen Ressourcen, das Natur- und Kulturerbe der Landschaften im Alpenraum sowie wirtschaftliche Aspekte des Tourismus und der Regionalentwicklung im Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung.

Ergebnisse folgen, sobald sie veröffentlicht sind wink
Weitere Infos auf den Seiten der Alpenwoche
(Link öffnet sich in neuem Fenster)

 

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© DAV

10 Jahre Projektgruppe "Skibergsteigen umweltfreundlich"

Bereits zehn Jahre ehrenamtliches Engagement zum Schutz der Natur und zur Sicherung der Skitourenmöglichkeiten

Weitere Infos:(Links öffnen sich in neuem Fenster)
Die ganze Meldung auf den Seiten des DAV
Die Seiten des Projekts "Skibergsteigen umweltfreundlich"

 

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Orte und Kulturen der Alpen erzählt in Bildern

Die Europäische Akademie in Bozen veranstaltet einen Fotowettbewerb, der dazu beitragen will, den Bekanntheitsgrad der Alpenkonvention und deren Inhalte zu erhöhen. Es gibt Preise im Gesamtwert von mehreren tausend Euro zu gewinnen. Einsendeschluss ist erst im nächsten Jahr, am 31. August 2005.

Weitere Infos:(Links öffnen sich in neuem Fenster)
Die ganze Meldung auf den Seiten des DAV
Die Ausschreibungsunterlagen (PDF, 192KB)

 

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© Gletscherschutz AT

Protestaktion im Kaunertal

Die Aktion hat am 14.08.2004 stattgefunden. Wie es war, findet Ihr auf den Seiten der Veranstalter: www.gletscherschutz.at.

Leider war die Beteiligung doch eher mager, ich selber konnte aus beruflichen Gründen leider auch nicht hinfahren, obwohl ich es mir vorgenommen hatte.

Im September findet noch ein anschließendes Symposium in Innsbruck statt, an dem ich dann hoffentlich teilnehmen kann! Begleiter sind herzlich willkommen! Einfach per Mail bei mir melden!

 

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© DAV

Projekt „So schmecken die Berge”

Dieses Projekt zur Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte auf Alpenvereinshütten läuft seit Sommer 2001 auf sieben Hütten im Chiemgau und Umgebung: Brünnsteinhaus, Hochrieshaus, Priener Hütte, Riesenhütte, Spitzsteinhaus, Straubinger Haus und Vorderkaiserfeldenhütte. Initiiert wurde es vom Arbeitskreis Berglandwirtschaft, der 1994 anläßlich der Tagung der DAV Naturschutzreferenten gegründet wurde.
Weitere Infos findet Ihr auf den Seiten des DAV oder in den Dokumenten, die Ihr hier herunterladen könnt:
(Links öffnen sich in neuem Fenster, PDFs können mit Rechtsklick und "Speichern unter..." heruntergeladen werden)

Link zum Projekt „So schmecken die Berge” (Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte auf Alpenvereinshütten) auf den Seiten des DAV

Direktlink zur Projektbeschreibung auf den Seiten des DAV

Übersichtskarte der teilnehmenden Hütten (PDF, 68KB)

Die Alpen ku(h)linarisch entdecken: Einkehr und Urlaub auf Bergbauernhof und Alm (PDF, 184KB)
Die Alpen ku(h)linarisch entdecken: Einkaufen auf dem Bergbauernhof (PDF, 176KB)
Anschriften, Adressenlisten und Publikationen von Verbänden, Vereinen, Direktvermarktern in Deutschland, Österreich und Italien

Link zum Arbeitskreis Berglandwirtschaft auf den Seiten des DAV

Vermittlungsorganisationen für Freiwilligeneinsätze (PDF, 96KB)

Aktionsvorschläge zur Kontaktpflege Bergsteiger/Bergbauern - Stand 2004 (PDF, 40KB)

Literaturempfehlungen zu den Themen Berglandwirtschaft und Direktvermarktung von Bergbauernprodukten -
Stand 2003 (PDF, 292KB)

 

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© TJChecker 2003

Aktion Schutzwald

Bäume pflanzen mit dem Alpenverein gegen Hochwasser und Lawinen

Seit 1984 organisiert der DAV zusammen mit den bayerischen Gebirgsforstämtern Pflanz-Aktionswochen für Freiwillige in den Bayerischen Alpen von Berchtesgaden bis ins Allgäu.
Mitmachen können alle ab 18 Jahren, egal ob Sie Mitglied sind oder nicht.
Die Aktionen dienen ausschließlich der Wiederherstellung und Pflege von Schutzwaldflächen im Gebirge.

Möglichkeiten für ein Engagement gibt es aber auch in anderen Projekten, wie z.B. bei der Wanderfalkenbewachung.

Weitere Infos findet Ihr auf den Seiten des DAV oder in den Dokumenten, die Ihr hier herunterladen könnt:
(Links öffnen sich in neuem Fenster, PDFs können mit Rechtsklick und "Speichern unter..." heruntergeladen werden)

Link zur Aktion Schutzwald auf den Seiten des DAV -
mit Erfahrungsberichten von Freiwilligen und Fotos von Arbeitseinsätzen

Infos für Freiwillige mit Anmeldeformular (PDF, 272KB)

Termine und Einsatzorte 2004 (PDF, 124KB)

Übersichtskarte der Forstäter (PDF, 908KB)

http://www.alpenverein.de/nuu/wanderfalke.php?open=nuu" target="_blank">Wanderfalkenbewachung

Infofolder zur Wanderfalkenbewachung (PDF, 132KB)

http://www.alpenverein.de/nuu/freiwillig.php?open=nuu" target="_blank">Freiwilligeneinsätze

Vermittlungsorganisationen für sonstige Freiwilligeneinsätze (PDF, 96KB)

Weitere Links zum Thema Bergwald:
Umweltministerium Bayern
Stiftung Wald in Not
Bergwald Projekt

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© Pet 2003

Gletscherbericht 2003

Gletscherschwund weiterhin dramatisch!

Die meisten von Euch haben es im letzten Sommer selber erleben können: Hochtouren waren so gefährlich wie selten, die Gletscher extrem spaltig (oder gar nicht mehr vorhanden) und durch die Verschiebung der Permafrostgrenze kam es vermehrt zu Steinschlag und Bergstürzen.

Diese Entwicklung belegt der Österreichische Alpenverein im Gletscherbericht 2004 mit erschreckendem Zahlenmaterial: War schon der Sommer 2002 eigentlich zu warm für die Gletscher, so hat der Sommer 2003 mit der dreifachen Abweichung von + 3,3° gegenüber "normalen" Sommern einen einmaligen Rekord aufgestellt.

Bei allen der 107 beobachteten Gletscher kam es durch die großen Masseverluste zu extremen Längenveränderungen. Diese stiegen im Vergleich zum Vorjahr um beinahe das Doppelte auf -22,9 m durchschnittlich und erreichen damit den höchsten Wert seit 1959.
Der größte Rückzugsbetrag wurde mit -73,5 m auf dem Sexegerten Ferner gemessen.

Weitere Infos auf der Seite des Österreichischen Alpenvereins, hier kann der Bericht auch heruntergeladen werden:
(Links öffnen sich in neuem Fenster, PDFs können mit Rechtsklick und "Speichern unter..." heruntergeladen werden)

Mehr auf den Seiten des Österreichischen Alpenvereins

http://files.alpenverein.at/download/1076670171156_18_gletscherberichte2003.pdf" target=_blank>Gletscherbericht 2003 (PDF, 628KB)

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Internationales Jahr der Berge 2002

Internationales Jahr der Berge

Bergbauernprojekt

Alpenraum ohne Berglandwirtschaft?

Nicht vorstellbar, nicht wahr? Die schöne Alpenlandschaft wird von der bergbäuerlichen Kulturlandschaft entscheidend geprägt. Bergsteiger/Bergwanderer und Bergbauern haben ständig Berührungspunkte, oft ohne sich dessen bewusst zu sein. Aber: „Die Erhaltung der Berglandwirtschaft ist nicht eine Angelegenheit der Bergbauern und der Agrarpolitik allein. Die ganze Bevölkerung muss den Bergbauern zu spüren geben, dass sie eine intakte Landschaft im Berggebiet mit möglichst vielen Bergbauern will.” (Zitat Dr. Jörg Wyder, Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete).

Der „Arbeitskreis Berglandwirtschaft im DAV” setzt sich seit Jahren schon für eine aktive Unterstützung der Bergbauern und eine intensive Kontaktpflege zwischen Bergsteigern und Bergbauern ein und hat eine Reihe von Anregungen zusammengestellt, wie sowohl Sektionen als auch Gruppen in den Sektionen oder Einzelpersonen aktiv die Bergbauern unterstützen können. Eine besonders „nachhaltige” Möglichkeit wäre z. B. ein Freiwilligeneinsatz auf einem Bergbauernhof — quasi als „Aktivurlaub mit Erlebnisgarantie”

Einzelheiten hierzu und über andere Möglichkeiten der aktiven Unterstützung unserer Bergbauern können den beigefügten Informationen (aktualisiert 2004) entnommen bzw. beim Deutschen Alpenverein, Arbeitskreis Berglandwirtschaft im Referat Natur- und Umweltschutz (e-mail: .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)) erbeten werden.
(Links öffnen sich in neuem Fenster, PDFs können mit Rechtsklick und "Speichern unter..." heruntergeladen werden)

Vermittlungsorganisationen für Freiwilligeneinsätze (PDF, 96KB)

Aktionsvorschläge zur Kontaktpflege Bergsteiger/Bergbauern - Stand 2004 (PDF, 40KB)

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Hochlagenaufforstung 2003

Bergwald ist Schutzwald - ohne Schutzwald geht's bergab!

Unser Bergwald leidet. Dabei ist er so wichtig — oft sogar (über)lebenswichtig. Letztes Rückzugsgebiet für Bergwild, Schutz vor Lawinen und Steinschlag, Hochwasser und Erosion.

Wer selbst anpacken und mithelfen will, damit es unserem Bergwald wieder besser geht, der kann sich an dem Freiwilligen-Projekt des DAV „Hochlagenaufforstung 2003” beteiligen. Freiwillige Arbeitseinsätze unter fachlicher Anleitung im bayerischen Bergschutzwald — eine anstrengende aber bestimmt unvergessliche „Urlaubswoche”.

Klickt hier zur schnellen Information zu Terminen und Anmeldung
bei weiteren Fragen wendet Euch an das Naturschutzreferat unter .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)

Für Euer Interesse dankt
Manfred Schweiger
kommissarischer Naturschutzreferent der Sektion Alpen.Net.

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Gletscherbericht

Praktisch jeder weiss, dass die Gletscher abschmelzen. Dem Österreichischen Alpenverein ist es aber zu verdanken, dass genau erfasst wird, in welchem Umfang das passiert. Die Alpenvereins-Kameraden aus Österreich unternehmen wissenschaftliche Messungen, um die Entwicklung der Gletscher zu dokumentieren. Die Ergebnisse daraus werden im Gletscherbericht veröffentlicht, dessen Lektüre dringend empfohlen ist.

-> Gletscherbericht (PDF, 732KB)

Grundsätzlich gehen die Alpen-Gletscher zurück. Die Eismassen schmelzen dahin, die Gletscher bewegen sich langsamer, und die Gletscherzungen zerfallen immer mehr. Diese Erkenntnis bestätigte auch der aktuelle Gletscherbericht. Das Erschreckende ist, dass sich der Rückgang wieder beschleunigt hat. Es liegt eine Rückgangquote von 95% vor (91% Vorjahr). Kein Gletscher hat Massenzuwachs (einer im Vorjahr), fünf Gletscher sind stationär (acht im Vorjahr), 92 sind dezimiert (84 im Vorjahr). Der Rückgang beträgt im Durchschnitt 12,4 Meter (9,32 Meter im Vorjahr). Direkte Ursachen sind die geringen Schneemengen, die auf der Alpennordseite nur durchschnittlich, auf der Alpensüdseite aber extrem gering waren. Zudem war ein großer Teil der Niederschläge als Regen gefallen, der dann zu den Hochwasserkatastrophen führte.
Gletscher erfüllen eine wichtige Rolle als Wasserspeicher bzw. Wasserpuffer in der Natur. Die Schneeschmelze verläuft auf den Gletscherflächen langsamer, deswegen aber länger als in Felsgebieten. Diese Verteilung des abfließenden Wassers auf einen längeren Zeitraum ist eine wichtige Funktion, die mit zurückgehenden Gletschern immer weiter abnimmt. Die Auswirkungen dieser Veränderung werden jedes Jahr heftiger zu spüren sein, denn einerseits werden die Wassermassen zu Beginn der Abschmelze zunehmen, andererseits werden manche Läufe im Hochsommer völlig versiegen. Die langfristige Folge dieses Effekts wird eine Versteppung bzw. Verkarstung der betroffenen Gebiete sein.
Während solche Erkenntnisse gewonnen werden, liest man, dass die Erschließung neuer Skigebiete in den Alpen vorangetrieben werden soll. (vgl. DAV-Panorama April 2003, Seite 86 f., "Tirol verabschiedet sich vom Schutz der Gletscher") Es ist beschämend, wie der Mensch mit der Natur umgeht, nur um kurzfristigen Nutzen ziehen zu können, der wahrscheinlich nicht einmal eine Generation lang anhält, aber sehr langfristigen Schaden verursacht.

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Umweltproblematik in den Alpen

Die Alpen sind Europas höchstes und größtes Gebirge, natürlicher Lebensraum für eine Vielfalt an Leben, ein Naturparadies, aber andererseits auch Wirtschaftsgrundlage für den Großteil der dort lebenden Bevölkerung. Eine Region, die von den natürlichen Ressourcen der Alpenlandschaft lebt und auf sie angewiesen ist, aber zugleich gezwungen ist, sich die Naturgegebenheiten weitgehend zu Nutze zu machen und oft auch auszubeuten, um im internationalen Kampf in der Tourismusbranche konkurrieren zu können. Die Alpen leiden dabei nicht nur unter den regional bedingten Veränderungen der Natur, sie werden vielmehr auch mit globalen Problemstellungen der fortschreitenden Umweltzerstörung konfrontiert.

Hervorzuheben ist das Problem der globalen Klimaerwärmung, die u.a. auf den Anstieg des weltweiten CO2-Ausstoßes zurückzuführen ist. Der Temperaturanstieg macht jedoch vor Landesgrenzen nicht halt, sondern trifft alle Regionen, unabhängig davon, in welchem Maße sie zum CO2-Ausstoß beitragen. Auch der Alpenraum ist von der globalen Klimaerwärmung betroffen. Seit Jahren bleibt der Schnee immer häufiger selbst in Lagen oberhalb von 1000m aus, die man früher als schneesicher einstufte. Aber davon wagt man heute erst ab 1500m zu sprechen. Doch selbst dort rüstet man vorsichtshalber die Schneekanonenartillerie auf, um auch in schneearmen Wintern optimale Pistenbedingungen bieten zu können. Man muss nicht sarkastisch sein, um zu erwähnen, dass auch dies wiederum zur globalen Erwärmung beiträgt, denn Beschneiungsanlagen haben einen hohen Energiebedarf. Dieser wird nicht selten durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe gedeckt, was einen erhöhten CO2-Ausstoß zur Folge hat, wie bereits erwähnt dem Motor des Treibhauseffekts. Der Temperaturanstieg führt in der Alpenregion infolge des Anstiegs der Schneefallgrenzen nicht nur zu immer aufwendigerer Pistenpräparierung, es verlagern sich sogar ganze Ökosysteme in höhere Gebirgsregionen oder verschwinden mangels Anpassungsfähigkeit oder Lebensraumes an bestimmten Orten ganz. Damit geht auch die Bedrohung seltener Tierarten einher. Das Abtauen der großen Alpengletscher hat schon begonnen, und die Folgen sind kaum absehbar.

Reagiert wird auf die Verschiebung der Schneefallgrenze nicht nur durch künstliche Beschneiung, sondern auch immer noch durch Neuerschließung höherer und deshalb wieder schneesicherer Bergregionen. Absolute Schneesicherheit gewährleisten letztlich nur die Gletschergebiete. Aber nicht nur Schneemangel führt zu weiteren Neuerschließungen. Um im Wettrüsten der Skigebiete überhaupt noch bestehen zu können, suchen nun auch kleine bisher Umweltorientierte Skigebiete durch den Bau von neuen Liften den räumlichen Anschluss an die großen Wintersportzentren, ohne deren Infrastruktur mit Skidiskotheken, Apres-Ski-Lokalen und Beschneiungsanlage n man den Ansprüchen der Touristen nicht mehr gerecht werden kann. Allein in Österreich haben die Seilbahn-Gesellschaften in den letzten acht Jahren umgerechnet zwei Milliarden Mark investiert, und in den nächsten zwei Jahren sollen noch einmal 900 Millionen Mark investiert werden.

Mehr als die Hälfte der Bewohner des Alpenraumes lebt heute vom Massentourismus. Jährlich nutzen 120 Millionen Touristen die Alpen für Erholung, Sport und Abenteuer. Nach Schätzungen der internationalen Alpenschutz-Kommission CIPRA findet in den Alpen fast ein Viertel des Welttourismus statt. In den Spitzenzeiten des Fremdenverkehrs herrscht in den bekannten Orten der Bergtäler eine Bevölkerungs- und Verkehrsdichte wie in Großstädten. Da ist es kein Wunder, dass der Lebensraum Alpen neben dem Verbrauch an Naturreserven auch unter ständig wachsenden Problemen mit Abgasen, Lärm, Müll, Wasserversorgung und Abwässern leidet. Sind es im Winter Ski- und Snowboardfahrer, so sind es in der schneefreien Zeit tausende Wanderer, Bergsteiger, Mountainbiker und liftfahrende 'Gipfeldinierer', die dafür sorgen, dass aus ehemaligen Schutzhütten zunehmend kommerzielle Bewirtungsbetriebe mit Hotelkomfort entstehen.

Aber die Probleme sind nicht allein dem Tourismus zuzuschreiben. Die Alpenregion hat als traditionelle Transitregion eine jährlich steigende Menge Schwerlast- und Transitverkehr zu ertragen, und der Trend setzt sich fort. Da ist es nur eine Frage der Zeit, dass das bestehende sowieso chronisch überlastete Straßenverkehrsnetz Erweiterung benötigt. Der Aus- und Neubau der Autobahnen, Tunnel und Passstrassen gestaltet sich nicht nur aufwendig, sondern auch selten umweltverträglich. Dennoch finden Transitländer wie Österreich und die Schweiz nur dann schnell einen Konsens, wenn es um die Forderung nach einer Beschränkung des Durchgangsverkehrs über die Alpen in touristische Konkurrenzgebiete geht. Der Verkehr in ihre eigenen Alpentäler dagegen stört sie scheinbar ebenso wenig wie der hausgemachte Verkehr vor Ort.

Die Natur aber lässt auf Dauer den Raubbau nicht zu. Mehr als 30 Tote durch einen kaum für möglich gehaltenen Lawinenabgang in Galtür im vergangenen Jahr, schwere Überschwemmungen im Trentino in diesem Jahr und in der Summe dreimal soviel Naturkatastrophen pro Jahr als noch vor einem halben Jahrhundert, lassen selbst hartnäckige Beschwichtigungen fraglich erscheinen. Zu befürchten ist nur, dass man die Natur zu zähmen versucht, statt ihrem Hilferuf stattzugeben...

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Die Hochgebirgserschließung wird weiter vorangetrieben!

Der Alpenraum stellt im Vergleich zu anderen geographischen Breiten aufgrund seiner Sensibilität ein besonders schützenswertes Ökosystem dar. Der Erhalt der langsam gewachsenen Natur- und Kulturlandschaft, die ein besonderes Gut unseres Landschaftsraumes darstellt, muss aber einem ständig anhaltenden Erschließungsdruck der Wirtschaft weichen. Die Erschließung des Hochgebirges mit Seilbahnen und Liften schreitet unentwegt voran.

Zunehmend schneearme Winter, sowie der Wunsch der Skifahrer, die Saison möglichst früh zu beginnen und am besten auch im Sommer noch Ski fahren zu können, führen dazu, dass Wintersportgebiete in niedrigen oder eher schneearmen Lagen der Natur mit dem Einsatz geballter Technik nachhelfen wollen. Gleichzeitig wird die Beförderungskapazität immer weiter erhöht, denn Schlangen an den Liften sind keine gute Werbung.

Um den Anschluss nicht zu verlieren planen auch bisher vom Massentourismus nicht überrollte Regionen der Alpen den Aus- und Aufbau einer alpinen Vergnügungsindustrie. Immer öfter werden Schneekanonen eingesetzt und dadurch die Umwelt auf vielfältige Art und Weise belastet. Die Größe der beschneiten Flächen wird in den USA auf etwa 2000 ha, in Europa auf ca. 2500 ha geschätzt. Künstlicher Schnee besteht aus feinen Eispartikeln und unterscheidet sich in Konsistenz, Form und Verhalten teils gravierend von natürlichem Schnee. Während der natürliche Schnee als Eiskristall langsam wächst und die bekannten und beliebten, teils großformatigen Schneeflockenform aufweist, wird Kunstschnee erzeugt indem Wasser in kalter Luft zerstäubt wird. Dadurch entstehen kleine sphärisch geformte Eiskristalle, die sich durch die geringe Fallhöhe schnell wieder am Boden niederschlagen und eine Puder- bis reifartige Konsistenz besitzen. Die Beschaffenheit des Kunstschnees macht ihn schwerer und dichter als natürlichen Schnee, er ist resistenter gegen Tauwetter und Regen und bildet relativ schnell eine sehr harte Schicht (Harsch) die neues Beschneien erfordert, um die Pisten befahrbar zu halten.

Eine Umkehr scheint nicht möglich und auch das angeblich gestiegene Umweltbewusstsein der Bevölkerung verhindert offensichtlich nicht eine sich immer weiter drehende Erschließungsspirale. Die schiere Masse der Seilbahnen und Skigebiete scheint die Alpen zu erdrücken, doch gibt es nach wie vor unerschlossene Gebiete, die Frage ist nur wie lange noch?

  • In Deutschland gab es 1999 ungefähr 158 Seilbahnen, 4 Zahnradbahnen und 1149 Ski-/Schlepplifte.
  • Die Schweiz weist 784 Seilbahnen, 12 Zahnradbahnen und 1654 Ski-/Schlepplifte auf und
  • Österreich führt mit 762 Seilbahnen und 2416 Ski-/Schleppliften
  • Frankreich, Italien und Slowenien weisen insgesamt weitere 892 Seilbahnen und 2614 Ski-/Schlepplifte auf.
  • Hierbei sind so genannte Kleinanlagen (Baby- und Anfängerlifte), sowie Materialseilbahnen weitgehend nicht erfasst.

Viele Umweltprobleme die ein herkömmliches Skigebiet hat wie etwa der Ausgleich von Schneemangel mittels Kunstschnee oder die Rodung von Waldflächen zur Schaffung von Skipisten scheinen zu verschwinden, wenn man das Skigebiet nur hoch genug anlegt, am besten gleich in die Region des ewigen Eises. Ein Gletscherskigebiet hat jedoch andere aber nicht unbedingt weniger ökologische Probleme als ein herkömmliches Skigebiet. Auch bei strikter Beachtung aller ökologischen Gesichtspunkte bleiben einige Probleme erhalten, speziell die die durch ein massenhaftes Auftreten der Touristen entstehen. Strikte Lenkungsmaßnahmen und ein Verzicht, bspw. auf Sommerbetrieb wären ein Weg hin zu einem verantwortungsvollem Umgang mit der hochsensiblen Hochgebirgsregion.

obadoba, 22.07.2018 10:50